Pavillion in Boizenburg : Das Ende einer Stadtidylle?

Noch steht der Pavillon an seinem gewohnten Ort am Wall in Boizenburg.
Noch steht der Pavillon an seinem gewohnten Ort am Wall in Boizenburg.

Finanzplanung der Stadt zeigt: Abriss des Pavillons am Wall steht zur Debatte. Protest in der Bevölkerung macht sich breit

svz.de von
07. März 2018, 05:00 Uhr

Manchmal ist es doch komisch. Da werden Sachen erst vermisst, wenn sie nicht mehr da sind, wo sie gefühlt schon immer standen. Ein solches Szenario droht nun auch den Boizenburger Bürgern. Zumindest, wenn dem Gerücht Glauben geschenkt wird, dass durch die städtischen Gassen getragen wird. „Der Pavillon am Wall soll abgerissen werden“, so heißt es.

Grund für die Annahme ist ein Punkt im Haushaltsentwurf der Kommune. „Da haben wir einen Posten unkommentiert mit Abriss Pavillon beschrieben“, erklärt Bürgermeister Harald Jäschke. „Wir müssen einfach überlegen, was mit dem Objekt geschehen soll. Abriss steht jetzt erst mal davor, weil die Substanz, so wie sie jetzt ist, nicht zu halten ist“, führt Jäschke weiter aus.

Tatsächlich ist die Situation um den Pavillon schwierig. Der Stadt gehört einzig das Grundstück, auf dem das Gebäude steht. Zudem fehlt ein Zugang zum Objekt. Wurde eine Brücke, die über den Wallgraben zur Eingangstür führte, bereits vor einer geraumen Zeit entfernt. Eine Nutzung ist bei den Gegebenheiten nahezu unmöglich. Fakten, die gegen den Erhalt des Gebäudes, dessen jetziges Erscheinungsbild im Zuge einer Komplettrenovierung im Jahr 1980 geschaffen wurde, sprechen würden. Dass eine solche Instandhaltung auch erneut möglich wäre, davon gehen viele Boizenburger aus. Deswegen relativiert der Verwaltungschef auch den bloßen Begriff Abriss: „Das hat noch gar nichts zu bedeuten. Es laufen dahingehend noch überhaupt keine konkreten Planungen.“

Jäschke findet jedoch die Diskussion, die nun in der Stadt geführt wird, äußerst fruchtbar. So hat zum Beispiel Peter Scholz, Mitglied der Fraktion Bürger für Boizenburg, auf der letzten Stadtvertretersitzung angekündigt, eine Bürgerinitiative gründen zu wollen. Diese soll sich nicht nur für den Erhalt des Pavillons stark machen. In den Planungen von Scholz spielte auch die Umsetzung des Gebäudes an einen anderen Ort eine gewisse Rolle. Auch Scholz ist sich darüber im Klaren, dass die Finanzierung hierbei eine entscheidende Rolle spielt.

Auch zur Nutzung des dann wieder erreichbaren Pavillons wurden bereits Vorschläge unterbreitet. Die attraktivste Variante sieht Jäschke in dem Ansatz, eine Ausstellung in dem Gebäude zu installieren. Vor Augen haben er und einige Boizenburger dabei den Pavillon, der im Ortsteil Vier im Rahmen der Biosphäre-Ausstellung EinFlussReich einen multimedialen Tisch beherbergt, an dem sich die Besucher über die Region informieren können. So würde das von den Boizenburgern so lieb gewonnene Gebäude endlich wieder einen Nutzen haben und dem Stadtbild sicher erhalten bleiben.

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