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Feuerwehr barg Hundekadaver bei Haar : Das elende Ende eines Hundelebens

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Er muss schreckliche Angst gehabt haben, als man ihm die Schnauze zugebunden und noch irgendwas am Bauch befestigt hat, damit er sicher untergeht im Sumter See. Die Feuerwehr barg dann den Kadaver des Hundes.

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erstellt am 27.Sep.2013 | 11:07 Uhr

Haar/Neuhaus | Er muss schreckliche Angst gehabt haben, als man ihm die Schnauze zugebunden und noch irgendwas am Bauch befestigt hat, damit er sicher untergeht im Sumter See. "Um die Schnauze war noch ein Band zu erkennen und auch um den Bauch war was gebunden worden, was nicht mehr da war, aber man konnte noch Spuren davon an der aufgedunsenen Hundeleiche sehen", erzählt Maik Bauer, Feuerwehrchef aus Neuhaus. Er hatte mit zwei weiteren Kameraden mit Hilfe des Schlauchboots den Kadaver des kleinen Hundes aus dem See geborgen.

Gefunden worden ist der Kadaver am ersten Wochenende im September. "Es war noch richtig schönes Wetter. Ich war mit meinen Hunden und einer Freundin paddeln, um mit den Hunden das Ein- und Aussteigen ins Paddelboot zu üben" erinnert sich Martina Gnodtke aus Haar. Ihre Freundin sei mit ihrem Boot gekommen und habe gesagt, da läge was im Wasser. Sie sei dann dort hin und habe gesehen, dass es sich um einen Hund handelt. "Ich habe bei der Polizei am Sonnabend angerufen, aber niemanden erreicht. Ich habe dann ein zweites Mal am Sonntag angerufen und wurde nach Lüchow durchgestellt. Dort hat man mich gebeten, ich solle mich doch am Montag an das Ordnungsamt wenden, was ich dann gemacht habe."

Vom Ordnungsamt wurde zunächst der Bauhof benachrichtigt, doch bei einer Ortsbesichtigung stellte sich heraus, dass die Bergung nur von einem Boot aus möglich sein würde. Also musste die Feuerwehr ran. "Meine beiden Kameraden haben sich einen Einmalschutzanzug angezogen und dann den Hund in einen Sack manövriert. Er war sehr stark aufgedunsen, wir wollten nichts riskieren", so Maik Bauer. Seiner Erfahrung nach dauert es je nach Temperatur zwischen einer und zwei Wochen, bis der Verwesungsprozess so weit fortgeschritten ist, dass ein Leichnam oder Kadaver an die Oberfläche treibt. "Wer das getan hat, ist wohl nicht mehr zu ermitteln, aber es ist eine Riesensauerei, so etwas mit einem Tier zu machen", empört sich Bauer. Auch Martina Gnodtke ist immer noch entsetzt. "Wer sein Tier nicht mehr halten kann, der hat doch alle Möglichkeiten, es anderweitig unterzubringen, man muss es doch nicht auf so grausame Weise ertränken."

Sybille Ruffing vom Ordnungsamt hat Anzeige bei der Polizei erstattet und bestätigt: "Wenn jemand sein Tier nicht mehr halten kann, dann soll er sich an ein Tierheim wenden oder auch an die Gemeinde und es nicht aussetzen oder gar umbringen. Wenn ein Tier, meist sind es ja Hunde, aufgegriffen wird oder uns gemeldet wird, dann versucht der Bauhof, es einzufangen. Früher brachten die Mitarbeiter des Bauhofs es auf dem Gelände unter, da war ein kleiner Verschlag. Jetzt nimmt die Hundepension von Gerd Duve das Tier zunächst auf. Oft meldet sich der Halter ziemlich bald. Und wenn nicht, dann wird das Fundtier ins Tierheim nach Lüneburg gebracht." Ob der Hund in der Nähe des Sumter Sees zu Hause war oder auch noch von weiter her hierher gebracht wurde, um dann qualvoll zu ertrinken, das kann nur spekuliert werden. Er hatte die Größe eines Jackrussels und trug ein schwarzes Halsband.

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