Lübtheen : „Darauf können wir stolz sein“

Bürgermeisterin Ute Lindenau und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (r.) treten gemeinsam für Demokratie ein.
Bürgermeisterin Ute Lindenau und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (r.) treten gemeinsam für Demokratie ein.

Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau äußert sich zu ihrer erneuten Kandidatur und zu den Perspektiven der Stadt

svz.de von
20. Juli 2015, 07:45 Uhr

Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau will es noch einmal wissen: Die Kommunalpolitikerin stellt sich im Oktober zum dritten Mal in Folge zur Wahl zum Stadtoberhaupt. Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins nominierten sie einstimmig zur Kandidatin. Unterstützung kam bereits vom CDU-Ortsverband und dem Kreisverband der Linken. Ute Lindenau ist seit Januar 2002 hauptamtliche Bürgermeisterin. Sie sprach mit der SVZ über ihre Motivation für die erneute Bewerbung, über Pläne für die Kommune und über die Rolle der NPD.

„Für mich war es eigentlich klar weiterzumachen. Ich habe mich immer mit meiner Stadt sehr verbunden gefühlt, und das ist über die Jahre so geblieben. Bei allen Höhen und Tiefen hat mir die Aufgabe als Bürgermeisterin immer Spaß gemacht. Und man ist ja nie zufrieden. Es fällt einem immer wieder etwas Neues ein, was man noch gerne schaffen und zusammen mit der Stadtvertretung hinbekommen möchte“, sagt sie. Lindenau lobte die Zusammenarbeit mit den demokratischen Fraktionen. „Da kann ich nicht meckern, sie haben mich meistens sehr stark unterstützt.“


Sanfter Tourismus als Chance gesehen


Touristisch würde sie die Stadt gerne in die alten Fußstapfen von vor hundert Jahren zurückkehren sehen, als Lübtheen ein beliebter Tourismusort für die Hamburger Region gewesen war. „Der sanfte Tourismus ist für uns interessant. Da wir hier keine große Industrie herbekommen werden, werden wir mehr in diesem Bereich gucken müssen, was sich da so anbietet“, sagt Lindenau. So könnten Teile des Biosphärenreservats - der ehemalige Truppenübungsplatz - belebt werden. Das Gebiet biete sich für Natur- und Aktivtourismus an. Wegen der vielen Netzwerkpartner des Biosphärenreservats gibt es nach Ansicht Lindenaus diverse Möglichkeiten, die aktiviert werden könnten. Wegen der Überführung ins nationale Naturerbe seien zwar Grenzen gesetzt. Aber gerade in Randgebieten, wie beispielsweise hinter Probst Jesar, ließe sich einiges entwickeln. Für Lübtheen könnte abseits vom Massentourismus dadurch ein kleiner Aufschwung erreicht werden. Dafür sei allerdings ein langer Atem nötig, räumt die Verwaltungschefin ein.

Für mehr Attraktivität könnten ihren Worten nach Radwege sorgen. „In Richtung Dömitz würden wir ja gerne noch den Fahrradweg sehen“, sagt sie. Bis Vielank hält sie eine Verbindung für relativ sicher, weil das Stück in die Prioritätenliste des Landes aufgenommen worden ist. „Es wäre doch schön, wenn man mit dem Rad von Schwerin nach Dömitz kommt.“

Für Lübtheen hält sie es dringend geboten, die Verwaltungsstruktur für die Zukunft aufzustellen. „Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet und waren es auch nie. Unsere Einnahmen sind eher gering und nicht ausreichend für die Stadtgröße. Aufgrund dessen müssen wir uns überlegen, wie wir die Verwaltungsstruktur gestalten können. Wir werden etwas aufbauen müssen, mit der wir finanziell leben können und mit dem der Bürger auch zufrieden ist“, betont die Bürgermeisterin. Sie würde gerne in Abstimmung mit der Stadtvertretung eine Studie in Auftrag geben, ob die Stadt stärker interkommunal zusammenarbeiten sollte oder aus eigener Kraft eine bestmögliche Verwaltungsstruktur erreichen und vorhalten kann.


Millionen in Stadt investiert


Aus Sicht Lindenaus hat sich Lübtheen in den vergangenen Jahren sehr zum positiven verändert. „Wenn Leute von außerhalb kommen, höre ich sehr viel Lob für unsere Stadt. Wir haben hier sehr viel geschafft. Wir haben die Sporthalle gebaut, wir haben die Schule saniert, obwohl es überhaupt keine Fördermittel für Schulsanierungen zu diesem Zeitpunkt gab. Wir haben sehr viel Geld investiert, in Feuerwehrgebäude, ins Museum, ins Waldbad und in Straßen. In Lübtheen sind in den vergangenen Jahren so viele Millionen geflossen. Sicherlich sind noch Wünsche offen, aber insgesamt haben wir uns eine sehr gute Infrastruktur geschaffen. Da können wir auch stolz drauf sein“, führt Lindenau weiter aus. Lübtheen sei zum Leben ganz wunderbar.

Konfrontiert wird sie immer wieder mit Anfragen über den Einfluss von Rechtsextremisten in der Stadt. „Lübtheen kennt man meistens aus vier Gründen: wegen des früheren Truppenübungsplatzes, wegen des ehemaligen Fahrzeugwerks ,Ernst Thälmann`, wegen der erfolgreichen Ringer und in den letzten Jahren wegen der NPD. Ich kann nur jedem empfehlen, selbst nach Lübtheen zu kommen und sich zu überzeugen, dass man sich in der Stadt durchaus aufhalten kann, ohne in einen Zusammenhang mit der NPD zu geraten“, stellt die Bürgermeisterin klar.

Die Masse der Lübtheener sei keine Parteianhänger der NPD. „Die Masse denkt anders und das setzt sich auch durch.“ Sie erinnert an das breite Bündnis von Vereinen und Verbänden für Vielfalt in der Stadt und gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.

„Wir haben es geschafft, dass die Rechtsextremisten nicht mehr für so wichtig gehalten werden. So wichtig sind sie nicht, sie sind nur ein kleiner Teil der Gesellschaft und weiter nichts. Wenn die NPD kein Bürgerbüro hätte, würde sie wahrscheinlich überhaupt keine Rolle spielen“, sagt Lindenau.




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