Wittenburg/Vellahn : Dann kam das Wasser mit Macht

Schlammflut in Vellahn.
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Schlammflut in Vellahn.

Großeinsätze nach Unwettern am Sonnabend in Wittenburg sowie im Vellahner Bereich. Wassermassen kaum zu bändigen

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26. Juni 2016, 13:20 Uhr

Schwere Gewitterstürme mit Starkregen und teils Hagel haben am Sonnabend zumindest in Wittenburg sowie rund um Vellahn Großeinsätze der örtlichen Feuerwehren ausgelöst. In Wittenburg soffen binnen Minuten vor allem Teile der Altstadt ab, in Vellahn rauschte sogar eine Schlammlawine über die Ernst-Thälmann-Straße durchs Dorf. Nach bisherigen Angaben ist niemand verletzt worden, die Schäden dürften erheblich sein.

In Wittenburg kam der erste Alarm um 15.53 von der Rettungsleitstelle bei der Feuerwehr an. „Und dann hörte das Fax mit den Einsätzen überhaupt nicht mehr auf zu rattern“, berichtete Wehrleiter Stefan Schwarz. Wenig später waren nicht nur die Wittenburger Kameraden sondern alle Feuerwehren des Bereiches alarmiert und im Einsatz. „Der Milanweg abgesoffen, die Hagenower Chaussee betroffen, voll gelaufene Keller im Bereich der Bahnhofstraße, der Schlüterstraße, Wasser am Steintor auch am Friedensring. Binnen Minuten war das Wasser da. Bis zum frühen Abend hatten wir 45 Einsätze“, erzählt schwarz. Der bekam wenig später Unterstützung durch die Zarrentiner Wehr und den Kreiswehrführer Uwe Pulss. Flugs wurde in der alten Feuerwehrwache ein regelrechtes Lagezentrum eingerichtet, um die Einsätze zu koordinieren. Im Einsatz waren die Wehren aus Dreilützow, Karft, Lehsen, Körchow, Perdöhl und Zühr. Zusammen mit den Zarrentinern waren dann gut 120 Einsatzkräfte versammelt. Und die hatten bis nach 20 Uhr gut zu tun. Vor allem um voll gelaufenen Keller leer zu pumpen. So z. B. in der Schlüterstraße. In der Hausnummer 14 schilderte uns die Familie Borchert, wie schnell alles ging. Innerhalb weniger Minuten sei das Wasser da gewesen, es sei vor allem aus den Gullys gekommen. Die Schäden hielten sich hier in Grenzen. Dennoch verbrachten viele eine unruhige Nacht, weil ja weitere Unwetter angekündigt waren, die ausblieben.

Kreiswehrführer Uwe Pulss lobte den Einsatz und vor allem die Wittenburger: „Das hat hier extrem gut und professionell geklappt mit der Führung und Koordinierung der Einsätze. Die Einsatzbereitschaft war hoch und wir haben vielen Menschen helfen können.“ Das bestätigten viele Kameraden bei der Rückkehr in die Zentrale. Fast alle hätten sich überschwänglich bedankt, einige hätten sogar Kaffee für die Feuerwehr gekocht.

In der Wache gab es dann noch einen besonderen Service vom Alpincenter. Sebastian Huijbregts hatte als Verantwortlicher Essen für Einsatzkräfte kochen lassen und dann in der Halle ein üppiges Buffet aufgebaut. „Wir sind offizieller Partner der Wittenburger Wehr, die machen bei Veranstaltungen auch viel für uns. Das ist es doch normal, dass wir bei so einem Einsatz helfen“.


Regen spülte Tonnen von Sand ins Dorf


Wassermassen, eine Schlammlawine und viele Einsätze gab es zeitgleich auch in Vellahn. Gemeindewehrführer Stefan Nagel berichtete für die Schweriner Volkszeitung:„Um 15.17 Uhr gab es Alarm für die Vellahn Wehr, gleich vier Keller waren voll mit Regenwasser,
weil die Straßenentwässerung teilweise durch versandete Gullisiebe aber zum größten Teil wegen der großen Mengen das Regenwasser nicht auffangen konnten. In zwei Kellern stand das Wasser dabei bis zu einer Höhe von 1,20 Meter. Sie wurden von der Feuerwehr leer gepumpt, bei den anderen beiden Kellern konnte die Feuerwehr nichts machen, da hier der Wasserstand im Zentimeterbereich lag.
Von der Baustelle des neuen Wohngebietes wurden durch den Starkregen bis zu 20 Tonnen Kies und Sand in die Ernst-Thälmann-Straße geschwemmt. Hier wurden die versandeten Siele durch die Feuerwehr geöffnet, damit das Wasser ablaufen konnte. Zudem musste ein Kettenbagger im Baugebiet gesichert werden, dieser war einseitig komplett unterspült und drohte, ins neu errichtete Regenwasserauffangbecken abzurutschen.“
Der Bauhof Vellahn wurde alarmiert, schob anschließend das Geröll beiseite, um die Straße wieder befahrbar und transportierte die Sandmengen ins Lager.
Zeitgleich überschwemmte eine enorme Wasserwelle in Camin, Betonstraße einen Keller. Nachdem der Regenschauer verebbt war, überflutete eine große Wasserwelle den Bauernhof und gleichermaßen den Keller des Wohnhauses. Die Löschgruppe Camin der Feuerwehr Goldenbow pumpte hier den Keller aus, und sicherte gemeinsam mit dem Eigentümer das Haus mit Sandsäcken vor weitere Regenmassen.
Zur gleichen Zeit räumten die Kameraden der Rodenwalder Wehr einen umgestürzten Baum zwischen Marsow und Vellahn von der Strasse und die Goldenbower Wehr einen Baum zwischen Albertinenhof und Goldenbow. Die Einsätze dauertenbis nach 19 Uhr, Vellahn hatte 16 Leute im Einsatz, Goldenbow mit der Löschgruppe Camin 14 Mann, Rodenwalde war mit sechs Kameraden unterwegs, dazu kam die Feuerwehr Banzin sowie der Bauhof Vellahn.


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