Bewältigungstraining an Zarrentiner Regionalschule : Damit der Stress nicht kaputt macht

<strong>In Gruppen sollen die Mädchen und Jungen</strong> herausfinden, wie sie Stress bewältigen können. <fotos>Thorsten Meier</fotos>
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In Gruppen sollen die Mädchen und Jungen herausfinden, wie sie Stress bewältigen können. Thorsten Meier

Stress kann sich körperlich und seelisch äußern: Daher nehmen Fünfklässler der Zarrentiner Regionalschule an dem Bewältigungstraining „SNAKE“ für Jugendliche teil und erlernen Strategien gegen den Stress.

svz.de von
20. März 2013, 09:41 Uhr

Zarrentin | Stress kann sich körperlich und seelisch äußern. Und das nicht nur bei Erwachsenen. Auch Kinder und Jugendlichen ist diese Art der Belastungen nicht fremd. Wie Schulsozialarbeiterin Kerstin Brillowski zu berichten weiß.

"Ich habe wieder mal gemerkt, dass die Kinder sich leider schon bestens mit Stress und seinen zahlreichen Formen auskennen", sagt die Pädagogin. Sie hat für die Klasse 5c der örtlichen Fritz-Reuter-Schule zusammen mit der Techniker Krankenkasse ein Stressbewältigungstraining auf die Beine gestellt. Und die Mädchen und Jungen berichten über all das, was sie nervt. Streit mit den Eltern und Freunden, Leistungsdruck vor Arbeiten, Zuspätkommen, zu Vieles auf einmal erledigen zu müssen und die Schule selbst, sei ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Das Wissen um Stress ist Anliegen dieser Aktion

"Das Wissen um Stress, wie er entsteht und welche Problemlösungen es gibt, das ist das Anliegen dieser Aktion", betont Kerstin Brillowski. Bei einer durch die TK geförderten Befragung mit fast 2000 Schülerinnen und Schülern der Klassen Fünf bis 12 habe sich gezeigt, dass es bei jedem zweiten Heranwachsenden bereits Stress-Symptome gäbe. Mit regelmäßigen Kopfschmerzen und Schlafproblemen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Herzklopfen.

"Für mich ist das schon ein bisschen erschreckend, dass unsere Kinder bereits seelisch und körperlich unter Stress leiden", gesteht Kerstin Brillowski gegenüber der SVZ. Das Programm, dass sie vermittele, umfasse acht Doppelstunden. Kernstück sei der Problemansatz, der eine übergeordnete Form der Stressbewältigung darstelle. "Im Kurs werden fünf Problemlöseschritte anhand des Modells der Stressschlange SNAKE erarbeitet, die dem Programm gleichzeitig den Namen gibt und deren Anfangsbuchstaben für das Motto stehen: ,Stress nicht als Katastrophe erleben’. Hier setzen wir an und die Schüler haben auch schon für sich Dinge benannt, mit denen sie sich wieder selber etwas beruhigen können", berichtet Kerstin Brillowski weiter. Schlafen, Hobbys, Sport, Gitarrespielen und Musikhören seien ihr unter anderem von den Fünfklässlern aufgezählt worden.

"Die Strategien, die sie hier erlernen, können sie auch auf ihr späteres Leben anwenden", ist sich Kerstin Brillowski sicher. Denn sie weiß leider auch: "Je älter die Mädchen und Jungen werden, um so öfter werden sie mit den privaten, beruflichen und sozialen Belastungen unserer Gesellschaft konfrontiert. Da ist es gut zu wissen, wo und wieich mir Hilfe suchen kann. Und: Wie kann ich dem Stress wirkungsvoll begegnen?"

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