Boizenburg : Da waren es nur noch elf Apostel

Eine Lücke klafft im symmetrischen Ensemble der nunmehr „Elf Apostel“ auf dem Boizenburger Elbberg am Vier.  Fotos: Sascha Nitsche
1 von 3
Eine Lücke klafft im symmetrischen Ensemble der nunmehr „Elf Apostel“ auf dem Boizenburger Elbberg am Vier. Fotos: Sascha Nitsche

Geschichtsdenkmal auf dem Boizenburger Elbberg wurde durch Herbststürme zerstört. Wiederherstellung ist aktuell nicht geplant

svz.de von
29. Dezember 2017, 08:00 Uhr

„Es war einmal vor langer Zeit“. So fangen viele Märchen und Legenden an. Und auch Boizenburg hat einige davon zu erzählen. Unter anderem die Geschichte der „Zwölf Apostel“.

Im Falle der Fliesenstadt wird dabei nicht nur an die zwölf Jünger Jesus’ gedacht, die vom Gottessohn gesandt wurden, seinen Glauben zu verbreiten. Hoch oben auf dem Elbberg, nahe des heutigen Checkpoints Harry stehen seit jeher zwölf Bäume. Immer waren es Linden, die der Überlieferung nach an zwölf französische Offiziere erinnern. Sie sollen im Zuge der napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts an eben dieser Stelle begraben worden sein. „Der einzig mögliche Zeitpunkt für diese Begebenheit ist in den August 1813 zu datieren“, so Karin Wulf vom Boizenburger Stadtmuseum. Wobei die Museologin die Geschichte, warum die zwölf Bäume dort stehen, eher in den Bereich der Legende als der Realität ansiedelt.

Ob Wahrheit oder nicht, der Ausspruch „Es war einmal“ trifft momentan im doppelten Sinne auf die „Zwölf Apostel“ zu. Eine der Linden aus dem Ensemble, die erst im Jahr 1995 neu gepflanzt wurden, viel nämlich den heftigen Herbststürmen zum Opfer, weshalb das Geschichtsdenkmal erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte ist. Denn so Dagmar Poltier: „Von Seiten der Stadt besteht aktuell nicht der Bedarf, die Lücke mit einem gleichwertig großen Baum zu füllen.“ Eine endgültige Reduzierung von zwölf auf elf Linden möchte die Fachbereichsleiterin Bau und Ordnung jedoch auch nicht heraufbeschwören, denn so Poltier weiter: „Das ist der jetzige Zustand. Das Pflanzen einer kleineren Linde hätte wenig Sinn aber für Initiativen von kulturell interessierten Bürgern sind wir natürlich immer offen.“

Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen