Lübtheen : „Da müssen wird doch etwas tun!“

Sangesfreudiges Faschingsfest in der Lobetaler Tagespflegegruppe, die auch Geld für die Wünschewagen-Aktion sammelte.
Sangesfreudiges Faschingsfest in der Lobetaler Tagespflegegruppe, die auch Geld für die Wünschewagen-Aktion sammelte.

Menschen aus der Lobetaler Tagespflege nutzten ihr Faschingsfest und übergaben ihre Spende für den SVZ-Wünschewagen

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14. Februar 2018, 08:00 Uhr

Eigentlich ist die Weihnachtsaktion unserer Zeitung ja schon einige Wochen beendet. Doch gestern lebte die erfolgreiche Spendenaktion zugunsten des Wünschewagens der Arbeiter-Samariter-Bundes noch einmal auf. Mehr als 20 Senioren der Lobetaler Tagespflegegruppe „Sonnenblick“ nutzten ihr gestriges Faschingsfest und übergaben symbolisch die Summe von 300 Euro an unsere Zeitung. In der Summe stecken viele kleine Beträge von Menschen, die unter Demenz oder anderen Krankheiten leiden. „Das Thema hat unsere Gäste, viele Bewohner aber auch uns vom Personal sehr angerührt. Es ist schon traurig, wenn man Menschen einen letzten Wunsch gewähren will, aber es ist so wichtig“, erklärte Schwester Bianka Nölting die ungewöhnliche Sammelaktion. Erfahren haben die Senioren, die täglich meist aus dem Lübtheener aber auch von weiterher in die Pflege gebracht werden, vom Wünschewagen aus der Zeitung. Nölting: „Wir machen zusammen täglich eine Zeitungsschau und dieses Thema hat hier gleich alle interessiert. Und so entstand relativ spontan die Idee, auch etwas Geld zu sammeln.“

Die Menschen, die da etwas gegeben haben, hätten eigentlich genug eigene Sorgen. Denn in der 24 Plätze umfassenden Gruppe der Tagespflege werden sie mit zahlreichen Angeboten im Leben gehalten. Geselligkeit ist das erste und wichtigste Angebot, dass die Fachkräfte von Lobetal ihren Gästen anbieten. Betreuung, gemeinsame Erlebnisse, Bewegungsangebote aber auch Gedächtnistraining kommen hinzu. Demenz in ihren verschiedensten Ausprägungen und Stadien ist die häufigste Diagnose. Und täglich von 9 bis 15 Uhr wird dagegen angekämpft. Dahinter steht das Team mit Sabine Dühmling, Roswitha Wegener, Margret Kautz, Anja Laser und Antje Scheve sowie Diana Köhnkel, die ihre Patienten nicht etwa bespaßen sondern ihnen ihr Leben etwas zurückgeben. Die Betreuten sind derzeit zwischen 50 und 92 Jahre alt und würden sonst am Tage oft genug allein zu Hause sitzen und den Kampf gegen das Vergessen aber auch gegen die anderen Gebrechen im Alter langsam verlieren. Das wird durch die Arbeit der Fachkräfte, die in naher Zukunft sogar noch um zwei Stellen aufgestockt werden, zumindest teilweise verhindert.

Von Trübsinn und Langeweile war gestern Mittag beim Faschingsfest in der hochmodernen Einrichtung sowieso keine Spur zu finden. Ausnahmsweise ging es auch einmal um Bespaßung. Textsicher wurden zudem die alten Volkslieder und Gassenhauer angestimmt, die zum Faschingsfest gehören. Wofür die gestern übergebene Spende genutzt wird, war dennoch allen klar, wie gestern die SVZ in kurzen Geprächen erfuhr. Viele Menschen könnten sich sehr gut in die Lage der Betroffenen hineinversetzen, die angesichts schwerer Krankheit noch einen letzten Wunsch hegen. „Da müsse man doch einfach helfen“, hieß es gestern in Lobetal.

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