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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 16:17 Uhr

Theater an Schule : Cybermobbing im Theater

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Beleidigungen in sozialen Netzwerken von Schauspielern in der Hagenower Otto-Ibs-Halle thematisiert.

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 15:40 Uhr

Im Gästebuch des Berliner Theaterensembles Radiks fiel das Echo einhellig aus: “Es war toll“, „Supi!“, „Sehr gut“ oder „Spannend und gut dargestellt“. So jedenfalls empfanden einige der knapp 300 Schüler der Friedrich-Heincke-Schule und der Diesterweg-Schule aus Hagenow sowie der Theodor-Körner-Schule aus Picher das gestrige Schauspiel zum Thema Cybermobbing.

Die Mimen Judith Christian und Lorenz Pilz erzählten in der Hagenower Otto-Ibs-Halle die Geschichte der 17 -jährigen Lea, die davon träumt, Sängerin zu werden. Als sie schließlich in eine Casting-Agentur aufgenommen wird, weckt das den Neid einiger Mitschüler. Erste Sticheleien und Ausgrenzungen beginnen, schließlich weiten sich die Mobbing-Attacken auch auf soziale Netzwerke aus.

Was als vermeintlich „kleine Rache“ begann, nimmt nun Ausmaße an, die keiner der Beteiligten vorausgesehen hat. Lea wehrt sich zunächst gegen die Kommentare und Lügen, sie schreibt auch einen Rap-Song gegen die Mobber, den sie online stellt, allerdings mit sehr negativem Erfolg. Anonyme Drohungen und Beleidigungen via Telefon und Handy folgen.

Einige Lehrer beschäftigen sich mit den Mobbing-Attacken, doch mittlerweile sind die Auseinandersetzungen nicht mehr nur innerschulisch zu klären, vor allem, nachdem ein Video online gestellt wurde, das Lea betrunken in einer Toilette zeigt. Als das Mädchen erfährt, dass ihre Liebe Andi auch zur Gruppe der Mobber gehört, sieht es keinen anderen Ausweg und will sich das Leben nehmen. Ein Mitschüler findet sie rechtzeitig: Lea kann gerettet werden.

Das Stück von Karl Koch beruht auf wahren Begebenheiten, bekommen die Schüler zu erfahren. Das Stück soll die Klassen anregen, darüber nachzudenken, wie sie mit Beleidigen und Belästigungen via Internet und Handy umgehen und wie sie eine Eskalation eventuell verhindern könnten, wie Schulsozialarbeiterin Gudrun Scheel von der Heincke-Schule sagt. Eine Theaterproduktion wie „Fake oder War doch nur Spaß“ sei eine gute Möglichkeit für Kinder, sich mit dem gesellschaftlich relevanten Thema Mobbing auseinanderzusetzen. Die Idee, Schauspieler einzuladen, sei Teil der präventiven Sozialarbeit an der Schule, fügt Scheel hinzu. Es gab bereits einen Elternabend und eine Veranstaltung mit der Polizei zum richtigen Verhalten im Fall von Beleidigungen, Bedrohungen und Belästigungen Minderjähriger über die modernen Medien.

Auf die Frage der Schauspieler, wer von den Schülern selbst schon einmal Mobbingopfer war, heben einige im Publikum den Arm. Die Reaktion der Klassen, wer einer Lea im wahren Leben helfen würde, ist zumindest unmittelbar nach dem Theaterstück mehrheitlich positiv.

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