Hagenow : Computerviren aus der Stadtverwaltung

Dieter Schmedemann (l.) und Roland Hochgesandt warnen davor unbekannte Links und Anhänge in E-Mails zu öffnen.
Dieter Schmedemann (l.) und Roland Hochgesandt warnen davor unbekannte Links und Anhänge in E-Mails zu öffnen.

Internet-Kriminelle verschicken schädliche Software und Phishing Mails unter falscher Adresse.

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18. November 2017, 06:00 Uhr

Wer aktuell E-Mails aus der Hagenower Stadtverwaltung erhält, sollte diese nur mit äußerster Vorsicht öffnen oder sich vorher vergewissern, ob die Anhänge sicher sind. Denn derzeit verschicken Unbekannte von ausländischen Servern elektronische Mitteilungen, die Computerviren und Schadsoftware enthalten. Das Gefährliche daran: die betrügerischen E-Mails sind nicht immer leicht zu erkennen.

Vor etwa einem Monat sei das Problem zum ersten Mal bekannt geworden. „Eine Sachbearbeiterin teilte uns mit, dass ein Bürger sich gemeldet hat, weil er eine E-Mail erhalten hatte, die den Anschein machte, als wäre sie von uns verschickt worden“, erzählt René Jarsch, Systemkoordinator der Stadt Hagenow. Wie sich herausstellte, entsprach das jedoch nicht der Wahrheit. Zwar würden die Nachrichten im Namen eines angeblichen Stadtmitarbeiters verschickt werden, doch sind die Adressen gefälscht. „Wenn man sich die Absenderadresse genau anschaut, ist das zu erkennen. Denn die Adresse, die in den eckigen Klammern steht, enthält nicht die Endung ‚@hagenow.de‘, so wie es bei tatsächlichen E-Mails von Stadtmitarbeitern der Fall ist“, erklärt auch Systemkoordinator Dieter Schmedemann.

Die E-Mails enthalten Links oder Datei-Anhänge, die schadensverursachende Software enthalten. Öffnet der Empfänger den Link oder Anhang, wird die Software meist unerkannt im Hintergrund auf den Computer heruntergeladen und kann dort für allerlei Schaden sorgen. Unter anderem bekommen die Versender dieser Viren so beispielsweise die Möglichkeit, die persönlichen Daten der Nutzer sowie deren Passwörter in Erfahrung zu bringen. Solche Nachrichten werden auch als Phishing-Mails bezeichnet.

„Wir haben schon im Vorfeld versucht, solche E-Mails zu filtern mithilfe von Schutzsoftware wie Firewalls und haben so einen hohen Sicherheitsstandard hergestellt. Doch die bösen Buben der Internetkriminalität schlafen natürlich nicht und manchmal hat man das Gefühl, dass sie der Gesetzlichkeit immer einen Schritt voraus sind“, sagt Roland Hochgesandt, Fachbereichsleiter für Finanzen, Allgemeine Verwaltung und Bürgerservice der Stadt Hagenow.

Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung seit einiger Zeit im Internet einen Warnhinweis auf der Startseite der Stadt veröffentlicht, in dem sie die Bürger davor warnt, solche E-Mails zu öffnen. „Die Bürger ahnen oftmals nichts Böses. Sie erhalten eine E-Mail, in der beispielsweise von einer Erhöhung der Grundsteuer oder etwas ähnliches die Rede ist und laden die vermeintliche Rechnung im Anhang herunter“, so Hochgesandt. Die Stadtverwaltung würde Rechnungen, Bescheide oder ähnliches jedoch nie per E-Mail sondern immer nur postalisch verschicken, betont der Fachbereichsleiter.

„Im Zweifelsfall sollten die Bürger immer anrufen oder sich persönlich erkundigen, ob tatsächlich eine E-Mail von dem entsprechenden Mitarbeiter an sie verschickt wurde, bevor sie die Nachrichten oder irgendwelche Anhänge oder Links öffnen“, sagt Dieter Schmedemann. Wer den betrügerischen Nachrichten bereits zum Opfer gefallen ist, sollte dies unbedingt der Stadtverwaltung melden.

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