Jessenitz : Chili con carne als Lebensschule

Camp-Teilnehmerinnen Alexandra Korpi (r.) und Jaqueline Dohrmann (15) aus Göhlen (l.) lassen sich von Petra Kröger in die Geheimnisse der Kochkunst einweihen.
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Camp-Teilnehmerinnen Alexandra Korpi (r.) und Jaqueline Dohrmann (15) aus Göhlen (l.) lassen sich von Petra Kröger in die Geheimnisse der Kochkunst einweihen.

Schüler aus der Region nehmen derzeit am Berufsorientierungscamp in Jessenitz teil. Dabei lernen sie auch, dem Tag Struktur zu geben

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18. August 2016, 05:00 Uhr

„Mhhhm, das schmeckt ja echt lecker“, freut sich überrascht Alexandra Korpi aus Herrnburg. Die 15-Jährige probiert von dem Chili con carne, das sie mit anderen Heranwachsenden zubereitet hat. „Das werde ich zuhause bei meiner Familie ganz bestimmt nachkochen“, sagt die junge Frau begeistert, die zum ersten Mal in ihrem Leben dieses mexikanische Gericht zubereitet.

Die Küchenarbeit ist Teil des Berufsorientierungscamps ‚Active Summer’, das noch bis zum 28. August beim Jessenitzer Aus- und Weiterbildung e. V. (JAW) stattfindet. Es richtet sich vor allem an die Mädchen und Jungen, die die achte Klassenstufe bereits beendet haben und aufgrund einer sozialen Benachteiligung einen sehr hohen Unterstützungsbedarf in Fragen der Berufswahl haben.

„In diesem Projekt, das von der Agentur für Arbeit, dem Wirtschaftsministerium unseres Landes sowie dem EU-Sozialfond unterstützt wird, sollen die Schüler ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten entdecken. Sie sollen in einem außerschulischen Umfeld und fern der Familie den Sinn und Zweck von Arbeit und Ausbildung kennenlernen“, erklärt Eilyn Brockmöller, die Geschäftsführerin im JAW, den Hintergrund des Projektes, das in fünf Modulen aufgelegt worden sei. Es gehe aber auch darum, erste Wünsche hinsichtlich einer persönlichen und beruflichen Zukunft zu definieren und zu formulieren. „Wir wollen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken und dass die jungen Leute ihre eigenen Entscheidungsstrukturen kennenlernen. Wir schulen Auftreten und Verhaltensweisen und die Reflektion auf andere“, berichtet die 41-Jährige weiter. Sozial- und Teamfähigkeit seien weitere Themen, die trainiert und gefördert würden, so die gebürtige Vellahnerin weiter im SVZ-Gespräch. „Die Jugendlichen lernen hier bei uns in den 14 Tagen einen Tagesablauf kennen. Viele von ihnen kennen keine Struktur in ihrem Alltag. Wir trainieren auch das soziale Miteinander, sie lernen aber ebenso lebenspraktische Sachen wie Kochen und Abwaschen.“

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