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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 09:23 Uhr

Boizenburg : Charme von hunderten PS erlegen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Familie Traber gastiert mit Monstertruck-Show auf der Boizenburger Ziegenwiese / Darbietungen auf heißen Maschinen kommen an

von
erstellt am 25.Aug.2014 | 17:33 Uhr

Da wurden die Augen von dem vierjährigen John-Luca immer größer: Ein schwarzer Jeep, den gelb-rote Flammen zieren und der traktorähnliche Reifen besitzt, fährt scheinbar mühelos über eine Ansammlung von alten Autos. Der Knirps besuchte mit seiner Mutti Jessica Domke am Sonntag die „Monstertruck-Show“ auf der Ziegenwiese. „Mein Sohn hat viele Spiel-Motorräder und auch den Film ,Cars’ gesehen, und da ist das hier genau das Richtige für ihn“, erzählt die 29-Jährige zu den überdimensional großen Autos, die „Monstertrucks“ genannt werden und um die 500 PS stark sind. Sie saß mit ihrem Pfiffikus in der ersten Reihe, damit sie sowohl die Monstertrucks als auch die gesamte Auto-Akrobatik bestens verfolgen konnten.

Doch die beiden hatten die Rechnung ohne Johnny Traber, einem der Auto-Akrobaten, gemacht. Nach seiner Darbietung auf einem Quad, einem vierrädrigen Motorrad, hält er vor der Tribüne und holt die junge Frau auf sein Quad. „Ich konnte vor meinem Sohn nicht ,Nein’ sagen“, sagt Jessica Domke zu der aufregenden Fahrt. Rasant fuhr sie mit Johnny Traber über die Vorführfläche. „Die Show ist super, es lohnt sich, hier her zu kommen“, sagt sie in der Pause.

Veranstaltet wird die Show von der Familie Traber, die erstmals Boizenburg besuchten. „Wir sind eine Wanderfamilie und veranstalten nun schon in der vierten Generation Shows“, sagt der 39-jährige Johnny Traber. So seien seine Vorfahren Hochseilartisten gewesen, die dieses Metier noch in den 70er Jahre ausgeübt haben. Im gleichen Jahrzehnt seien seine Eltern auch nach Mexico gereist, haben dort die Monstertruck-Shows gesehen und hätten sie mit nach Deutschland gebracht, erzählt Johnny Traber. Mittlerweile sind sogar schon seine Söhne, der 20-jährige Nicolas und der 12-Jährige Louis, dabei. „Was wir hier vorführen, ist alles vertretbar“, sagt Traber zu den Darbietungen auf dem Motorrad und im Auto. Es werde regelmäßig geprobt, und auch die Maschinen werden immer wieder von Statikern und Mechanikern überprüft, fügt er hinzu. „Ab und zu muss ich die jungen Burschen aber bremsen“, sagt der Vater zu den mutigen Stücken, die sie vorführen wollen. Oft handelt es sich dabei um Kunststücke auf oder mit ihren Motorrädern: Mit den Maschinen fliegen sie über mehrere zusammen gestellte, alte Autos oder fahren durch einen brennenden Holzzaun. „Es haben uns so manche Boizenburger alte Fahrzeuge, die nicht mehr durch den TÜV gekommen wären, vorbei gebracht“, erzählt Traber. Er freut sich, dass sich so viele Einwohner auf ihren Plakat-Aufruf gemeldet haben. Zwischen 300 und 350 Autos fahren sie in rund 130 Shows pro Jahr „zu Schrott“. Auch die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt sei reibungslos verlaufen. „Die Infrastruktur stimmt hier einfach“, sagt er mit Blick auf Strom- und Wasseranschlüsse. Unter den Zuschauern waren auch die Freunde Ann-Kathrin Hammer, Hannes Motzkus sowie Erik Storm. „Ich habe Respekt vor ihrer Leistung, zum Beispiel wenn sie durch den brennenden Holzzaun fahren“, sagt Ann-Kathrin Hammer. Die 14-Jährige findet die Show cool, mag unter anderem die Motorcross-Maschinen. „Wenn ich später mal fahren kann, möchte ich mir eine KTM holen“, erzählt die Boizenburgerin. Dann geht die Show weiter – die Monstertrucks „rücken“ aus. Der schwarze „Hellboy“ und der weiße Ford drücken gleiche mehrere Autos platt.

 

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