Boizenburg : Chaos durch neuen Winterfahrplan

Der geänderte Winterfahrplan wird voraussichtlich zu erheblichen Verlängerungen der Fahrtzeit für Berufspendler führen.
Der geänderte Winterfahrplan wird voraussichtlich zu erheblichen Verlängerungen der Fahrtzeit für Berufspendler führen.

400 Pendler müssen sich auf längere Fahrtzeiten zur Arbeit gefasst machen. Deutsche Bahn sieht keine andere Möglichkeit

svz.de von
21. November 2015, 08:00 Uhr

Bei vielen Pendlern herrscht aktuell große Aufregung über die voraussichtliche Änderung des Winterfahrplanes der Deutschen Bahn. Dieser soll  derartig drastische Änderungen der Fahrtzeiten beinhalten, dass Berufspendler  mit immensen Verlängerungen ihrer Fahrtzeit von und zur Arbeit rechnen müssen.

Schätzungsweise 400 Berufspendler allein aus Boizenburg nutzen den RE1 von Rostock nach Hamburg täglich, um zur Arbeit zu gelangen. Obwohl die Deutsche Bahn den neuen Winterfahrplan noch nicht öffentlich gemacht hat, sind viele Pendler bereits durch zukünftige Buchungen und Gespräche mit anderen Pendlern auf diesen Umstand gestoßen, was für große Aufregung gesorgt hat. Viele Pendler reagieren fassungslos über die geplanten Änderungen. „Mit dem neuen Winterfahrplan verlängert sich die Zugfahrt von und nach Hamburg für die meisten Bahnpendler dramatisch. Fuhr man bisher z.B. von Boizenburg nach Hamburg ca. 44 Minuten, ist es nach dem neuen Fahrplan mehr als eine Stunde, gleiches gilt für die Rückfahrt. Die Begründung für diese längeren Fahrten liegt in der fast 20-minütigen Wartezeit der Regionalzüge in Büchen“, schreibt Jens Prötzig, Pendler und 1. Vorsitzender des Haus & Grund Boizenburg e.V., in einem Leserbrief an die SVZ.

„Erschwerend wirkt außerdem die zeitgleiche  Erneuerung der Eisenbahnbrücken am Berliner Tor in Hamburg. Hier werden wohl noch weitere zusätzliche Verspätungen auftreten. Zusammengefasst bedeutet dies, dass jeder aus MV mit der Regionalbahn Rostock-Schwerin-Hamburg pro Pendelung am Tag mehr als eine Stunde zusätzliche Fahrzeit in Kauf nehmen muss“, heißt es in dem Brief weiter.

Wie Burkhard Ahlert, Pressesprecher der Deutschen Bahn Berlin, Brandenburg und MV in einem Telefonat mit der SVZ mitteilte, seien neue Fernverbindungen  zwischen Berlin und Hamburg sowie die Schnellfahrstrecke zwischen Erfurt und Leipzig Grund für den drastisch geänderten Winterfahrplan. Diese Neuerungen hätten die Änderungen der Fahrtzeiten im Fahrplangefüge zwingend notwendig gemacht. Vorab hätte die Deutsche Bahn in zahlreichen Besprechungen und Fahrplankonferenzen über die geänderten Zeiten diskutiert. Dabei sei man zu der Überzeugung gelangt, dass dies die beste Lösung für ihre Kunden sei. „Wir können die Situation für die Pendler schon nachvollziehen, die da nur ihren Zug im Auge haben. Aber man muss ja auch das Gesamtbild des Fahrplangefüges im Auge behalten“, so Ahlert.

Auf die Frage, ob eine Petition, wie sie von Jens Prötzig bereits online in Umlauf gebracht wurde, an den geplanten Änderungen noch etwas ändern könne, verneinte Ahlert. Durch die neuen Fernverbindungen und allgemeine Regelungen, würde sich der Fahrplan zwangsweise so ergeben.

„Dies ist ein schwerer Schlag für die Zukunft unserer Stadt Boizenburg und der anderen Städte und Dörfer an dieser Strecke. Von einem Anschluss an den Hamburger Verkehrsverbund sind wir jetzt weiter entfernt als je zuvor“, schreibt Jens Prötzig. Am 13. Dezember soll der neue Winterfahrplan in Kraft treten. Ab da müssen sich  Pendler auf  zeitliche Verlängerungen ihres Arbeitsweges gefasst machen.

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