Boizenburg : Chakalaka in der Kirche St. Marien

Nach dem Gottesdienst ließen sich die Anwesenden die landestypischen Gerichte schmecken.
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Nach dem Gottesdienst ließen sich die Anwesenden die landestypischen Gerichte schmecken.

Unter dem Motto „Surinam in Boizenburg“ wurde der 65. Weltgebetstag begangen. Die Besucher lernten das Land auch kulinarische kennen

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05. März 2018, 12:00 Uhr

Bitter kalt war es am Freitagabend in und um Boizenburg. Viele Menschen sehnten sich gerade deswegen wohl in wärmere Gefilde. Etwa zwei Dutzend von ihnen ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Zumindest halbwegs. Nahmen sie doch am 65. Weltgebetstag teil und wurden im Zuge dessen auf eine Reise nach Surinam, dem kleinsten, unabhängigen Land Südamerikas, entführt.

Dass es dort auch schön warm sei, hob Silke Jung gleich zu Beginn des sangesreichen Gottesdienstes in der Boizenburger Stadtkirche noch einmal besonders hervor. Die Diakonin vom Kirchengemeindeverband Boizenburger Umland organisierte die Veranstaltung mit anschließendem gemeinsamen Essen in enger Zusammenarbeit mit Kathrin Loonstra und Uschi Meyer vom Kirchengemeinderat.

Hierbei bildeten die Frauen eines von unendlichen vielen Gespannen, die sich der Vorbereitung dieses besonderen Tages widmeten. Der Weltgebetstag wird nämlich in jedem Jahr am ersten Freitag im März begangen. Und das in mehr als 120 Ländern weltweit. Zugleich wird der Tag dazu genutzt, ein Land ganz besonders vorzustellen. In diesem Jahr ist die Wahl schließlich auf das kleine Surinam gefallen. „Im Nordosten von Südamerika direkt am Atlantischen Ozean befindet sich das 164.000 Quadratkilometer umfassende Land. Die Mehrheit der etwa 500.000 Surinamer ist christlich, mit mehr Protestanten als Katholiken, wobei die Herrnhuter Brüdergemeinde die größte protestantische Kirche in Surinam darstellt, gefolgt von knapp einem Viertel Hindus sowie etwa zwanzig Prozent Muslime“, stellte die Diakonin das Land kurz vor.

Der Weltgebetstag wird in Boizenburg jeweils abwechselnd in der Evangelisch- Lutherischen und Römisch-Katholischen Kirchengemeinde gefeiert und bietet immer zahlreiche Höhepunkte. So schlüpften Gläubige beider Konfessionen am vergangenen Freitagabend auch in die Rolle von Frauen aus Surinam. Jung nahm zum Beispiel die Rolle der Kartini an. Diese lebt mit ihrer Familie immer noch im selben Gebiet, wo ihre Vorfahren einst als billige Arbeitskräfte angesiedelt wurden. „Früher gab es in unserem Distrikt Plantagen, auf denen Kaffee, Baumwolle, Kakao, Tabak, Indigo und Zuckerrohr produziert wurde. Ich baue Gemüse und Kräuter an und mein Mann ist Fischer. Meine älteste Tochter geht auf die weiterführende Schule, das ist jetzt auch in der Nähe möglich“, mimt Jung die Südamerikanerin.

Nach dem Gottesdienst ließen sich die Anwesenden dann noch landestypische Gerichte schmecken. Ob nun der Überlebenssuppentopf Chakalaka, die Erdnuss- und Bananensuppe oder der Cassava-Salat, die von den Frauen frisch zubereiteten Speisen mundeten den Teilnehmern des 65. Weltgebetstages in Boizenburg sichtlich und ließen die Vorfreude auf den ersten Freitag im März 2019 wachsen.

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