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Carneval in Tripkau brachte sogar die Elbe zum Kochen

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erstellt am 12.Feb.2012 | 11:18 Uhr

Tripkau | Was treibt ein so kleines Dorf mit nur 240 Einwohnern dazu, Carnevalshochburg zu sein und das auch noch seit 54 Jahren? Ganz einfach: In Tripkau wird der Frohsinn gelebt, von allen. Der Carneval ist nur ein Anlass für das feierwütige Volk, das in diesen Tagen faktisch an jedem Wochenende die sprichwörtliche "Sau" rauslässt. SVZ war dabei am ersten der großen Abende und kann allen Lesern guten Gewissens sagen: Es lohnt sich wirklich, auch wenn man sich auf gute drei Stunden Programm einstellen muss.

Vor Ort, in der aufwändig geschmückten Mehrzweckhalle, macht das nichts, den ein Gag jagt den nächsten, einer Tanzformation folgt eine weitere. Kein Wunder, dass beim Abschlussbild mehr als das halbe Dorf auf der Bühne steht. Denn alle machen mit, und, alle wollen auch mitmachen. Schließlich laufen die Vorbereitungen auf diese 54. Session schon seit Monaten, der Elferrat hat das ganze Jahr nichts anderes im Sinn. Präsident Hendrik Stille, im normalen Leben kaufmännischer Angestellter, war dann auch schon vor der Vorstellung stolz auf all seine Leute, die Großartiges leisteten und vor allem das Publikum immer wieder mitrissen.

Schon das Motto der Saison ist anspruchsvoll: "Anstatt den Biber im Gehege feiern wir das Fest der Brauchtumspflege", ein giftiger Hinweis auf den an vielen Stellen übertriebenen Naturschutz an der Elbe. Aber auch am Rest des Abends wurde kein Blatt vor dem Mund genommen, vor allem die Büttenredner legten sich mächtig ins Zeug. Mit unterschiedlichem Erfolg. Geradezu legendär war Iven Dahms als Chantale, die doch gern mal genommen worden wäre, als Arbeitskraft natürlich. Aber auch "Möppi", alias Christian Siefert, war gut in seiner ersten Bütt. Den Reigen der humorigen Redner beendeten Frank Henno Brandmann und Henner Hesse.

Tanz, Musik, Gesang, jede Menge Garden, der Mainzer Carneval als Vorbild für das bunte Tripkauer Treiben lässt sich nicht leugnen. Genausowenig wie der Erfolg, denn auch wenn Tripkau draufsteht, geht es doch eigentlich um den Carneval des Oberamtes. Von Wehningen bis Zeetze, von Laave bis Bohnenburg reicht so das direkte Einzugsgebiet. Kein Wunder, dass der "Carneval Club Tripkau gelb/weiß 58 e.V. " 168 Mitglieder zählt. Und wenn alle Sitzungen, alle Veranstaltungen durch sind, dann werden weit mehr als 1000 Menschen der Region dieses Spektakel erlebt haben. Zu diesem gehören natürlich auch die vielen Formationen, neu sind die "Plitschen Deern’s" sowie die "jungen Wilden". Ein Schauspiel den ganzen Abend lang, und danach geht ja die Feierei erst so richtig los.

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