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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 17:01 Uhr

Hagenow : Bus-Chef vor die Tür gesetzt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kreiseigene VLP-Gesellschaft bekommt nach Rauswurf von Ex-Landrat Andreas Plestinsky neue Führung / Geschasster wehrt sich

von
erstellt am 29.Okt.2014 | 17:20 Uhr

Die Fusion der drei Busbetriebe aus den Altkreisen sollte eigentlich zum Musterfall der gelungenen Zusammenführung im Großkreis werden. Das ist mit dem plötzlichen Rauswurf von Andreas Plestinsky, einem der drei Geschäftsführer (SVZ berichtete kurz), mehr als gescheitert. Der Ex-Landrat und CDU-Mann ist nach der konstituierenden Aufsichtsratssitzung der kreislichen Busgesellschaft VLP fristlos gekündigt und auch gleich mit Hausverbot belegt worden. Sowohl Christian Rosenkranz, neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates, als auch Landrat Christiansen nennen dafür einen Grund: Massiv gestörtes Vertrauensverhältnis. Und das gibt es wohl schon seit Monaten.

Formal entzündete sich der Streit am Anstellungsvertrag von Plestinsky, der dem Landkreis sehr lange wohl nur unvollständig bekannt war. Doch es knirscht schon länger im Getriebe der neuen Großgesellschaft. „Wir hatten die drei Geschäftsführer gefragt, ob sie gut miteinander arbeiten können. Das war Voraussetzung für die Fusion, wir hätten schließlich auch privatisieren können. Am Ende mussten wir als Aufsichtsrat anweisen, dass der Dienstsitz in Hagenow ist. Wir mussten anweisen, dass die Post nach Hagenow kommt, wir mussten per Anordnung die Arbeit der Geschäftsführer regeln und vieles mehr“, berichtet Aufsichtsratschef Rosenkranz und fährt fort: „Herr Plestinsky hat bei den vielen Problemen, die zu lösen waren aus meinem Wissen schlicht nicht ausreichend mit gewirkt. Das betrifft seinen Vertrag aber auch den Umgang mit den Dienstwagen und ganz besonders die Führung des Betriebes. Bedenklich fanden wir auch, dass der früher von ihm geführte Reisedienst in Parchim ohne die Fusion mit der LVG und Teilen der SGS Bus & Reisen wirtschaftlich wohl nicht überlebensfähig gewesen wäre. Und bei alledem haben wir über Monate nur eine beispiellose Hinhaltetaktik erlebt.“ Die Vorwürfe beziehen sich ausdrücklich auf Andreas Plestinsky und nicht auf die anderen Geschäftsführer Christian Rader und Andreas Helms.

Dennoch war beim Kreis und beim Aufsichtsrat das Vertrauen so im Keller, dass die Führungspositionen neu ausgeschrieben wurden. Ursprünglich sollten Plestinsky und Helms die Führung behalten, Rader geht in den geplanten Ruhestand.

Als dann aber noch fast per Zufall herauskam, dass der Ex-Landrat einen Vertrag hat, der sich erst vor kurzem stillschweigend um sieben Jahre verlängerte, war das Tischtuch endgültig zerschnitten. Rosenkranz: „Davon haben wir nichts gewusst und wir können heute noch nicht sagen, ob wir alles wissen.“

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim lehnt eine Stellungnahme in der Sache ab.

 

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Donnerstag.

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