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Austellung Hagenow : Bunte Deko für weißen Krankenhaus-Flur

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Kreativwerkstatt eröffnete ihre zweite Ausstellung. Es werden kleine Kunsthandwerke von Arbeitslosen gezeigt, die den Weg zurück in den Alltag suchen.

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Die Flure im Krankenhaus sind meistens weiß und eintönig. Nicht so jedoch in Hagenow. Im „Westmecklenburg Helene von Bülow Klinikum“ hängen und stehen seit gestern kleine Kunstwerke aus der FAW Kreativwerkstatt. „Es ist unser zweite Ausstellung“, sagt Torsten Müller, einer der beiden pädagogischen Mitarbeiter. „Unsere erste ist im Rathaus. Jetzt hatten wir spontan die Idee auch mit dem Krankenhaus zusammenzuarbeiten.“

Die Kreativwerkstatt ist eine Maßnahme der Fortbildungsakademie für Wirtschaft (FAW) und des Jobcenters. Seit Dezember 2016 gibt es sie in Hagenow. Es ist bisher ein einmaliges Projekt im Landkreis Ludwigslust–Parchim. Zwölf Menschen nehmen aktuell daran teil. „Die Teilnehmer bleiben in der Regel ein halbes Jahr bei uns. Sie sind im Moment zwischen 17 und über 50 Jahre alt“, so Müller.

Eine der Teilnehmerinnen ist Nicole Saß. Bei den Stücken die nun im Hagenower Krankenhaus ausgestellt sind, habe sie an einer Lampe mitgearbeitet. Eigentlich male sie aber auf Leinwand. So habe sie gerade ein Schwanenbild fertig gestellt.

„Es macht sehr viel Spaß mit den Teilnehmern zu arbeiten“, meint Simone Röhling, die zweite pädagogische Mitarbeiterin. „Wir wollen ihnen wieder Alltagsstrukturen aufzeigen.“ 25 Stunden in der Woche würden sie in der Werkstatt arbeiten, montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr. „Dabei haben wir bei unserer Maßnahme keine Vorgaben vom Jobcenter einen bestimmten Prozentsatz wieder in Arbeit zu bringen. Es gibt aber schon erste Erfolge. Einige Teilnehmer haben bereits einen Minijob angenommen“, freut sich Simone Röhling. Darum gehe es aber nicht vorrangig. „Uns ist wichtig, dass die Teilnehmer wieder neue soziale Kontakte haben.“ In der Kreativwerkstatt soll deshalb auch der Zusammenhalt und das Auskommen in einer Gruppe trainiert werden. Die beiden Mitarbeiter bieten dabei und bei der Arbeit Hilfe an.

Die Teilnehmer selbst entscheiden was sie machen möchten. „Sie können sich ein eigenes Projekt aussuchen. Müssen dann planen, z. B. welche Materialien, Werkzeuge und wie viel Zeit sie brauchen“, so Müller. Am Ende entstehen dann Holzbilder, Windspiele, Lampen, Tische oder Stühle.

Und einige von ihnen sind nun für drei Monate im Krankenhaus ausgestellt. Weitere sollen nach Möglichkeit später folgen. Vielleicht dann schon zum Thema Weihnachten. „Einige Teilnehmer arbeiten schon an Weihnachtsdekoration“, erzählt Simone Röhling. „Obwohl ich da persönlich noch kein Interesse dran habe.“ Vielleicht ändert sich das ja, wenn in zwei bis drei Wochen die ersten Lebkuchen in den Supermarktregalen liegen.

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