zur Navigation springen

Kogel : Bürgermeisterin soll Stuhl vor die Tür gestellt werden

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kogels Gemeindevertretung entzieht Beate Hoffmann Vertrauen

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 14:39 Uhr

Der Streit in Kogel geht in eine weitere Runde. Die sieben Gemeindevertreter entziehen in einem offenen Brief, der der Redaktion vorliegt, der amtierenden Bürgermeisterin Beate Hoffmann nun das Vertrauen. „Wir sehen leider keinerlei Möglichkeit mehr für eine konstruktive, dem Gemeindewohl dienende Zusammenarbeit und halten Frau Hoffmann persönlich und fachlich für ungeeignet. Wir fordern daher Frau Hoffmann auf, ihr Amt als Bürgermeisterin und die Mitgliedschaft der Gemeindevertretung Kogel niederzulegen“, heißt es darin wörtlich. Unterschrieben ist das Papier von  den Gemeindevertretern André Brosch, Frank Fentzahn, Ronny Petersen, Marko Frömter, Antje Germer, Helge Hundt und Martin Voß.

Offensichtlich soll  Beate Hoffmann der Stuhl nun mit aller Macht vor die Tür gestellt werden. Sie selbst wolle  sich derzeit nicht mehr zu den Vorgängen in ihrem Ort äußern, sagt sie auf SVZ-Nachfrage und kündigt juristische Schritte wegen Verleumdung gegen  die Unterzeichner des offenen Briefes an. Und übersendet der Redaktion ihren Wahlkampfflyer  vom Mai 2014.

André Brosch als ihr erster Stellvertreter hatte im SVZ-Beitrag vom   9. Oktober auf Seite  9 die Polemik dieses Flyers wie auch die des  offenen Briefes von Ehemann Holger Hoffmann sowie des Einwohners Volker Nickel kritisiert.  Mit dem  Wahlkampfflyer habe sie  die Arbeit der letzten Gemeindevertretung  verunglimpft. „Das war schon völlig unter der Gürtellinie“, meint Brosch gegenüber der SVZ. Doch was an dem Flyer tatsächlich anstößig sein soll, erschließt sich auch trotz mehrmaligen Lesens nicht wirklich. Brosch wie auch Martin Voß als zweiter stellvertretener Bürgermeister  waren bisher zu einer weiteren Stellungnahme trotz mehrfacher Versuche nicht erreichbar.

Vertrauensentzug ist nicht möglichDie Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Zarrentin, Jutta Piontek, bestätigt gestern auf SVZ-Nachfrage, dass es am 2. Dezember die nächste ordentliche Gemeindevertretersitzung in Kogel geben werde. „Eine Bürgermeisterin ist und bleibt mit ihrer Ernennung Bürgermeisterin“, stellt Piontek klar.

Noch deutlicher wird Christopher Pöschke, Fachdienstleiter Recht, Kommunalaufsicht und Ordnung des Landkreises Ludwigslust-Parchim. „Ich kenne Beate Hoffmann als sachlich und fachlich kompetent. Sie wurde in demokratischer Wahl gewählt. Ihr das Vertrauen zu entziehen, ist nicht möglich. So eine Erklärung abzugeben, geht gar nicht.  Wer als Gemeindevertreter nun meint, nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten zu können, muss notfalls sein Mandat zurückgeben.“ Die Gemeindevertretung müsse zusammenarbeiten. Das sei sie schließlich den Menschen  schuldig, die sie gewählt hätten.  Pöschke: „Eine direkt gewählte Bürgermeisterin kann laut Kommunalverfassung nur durch einen Bürgerentscheid abberufen werden. Und das ist eine recht hohe Hürde.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen