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Hagenower Kreisblatt

25. November 2017 | 07:06 Uhr

Kommunalwahl 2014 : Bürgermeister Mangelware?

vom

In einigen Gemeinden wird es unruhig. Jetzt schon steht fest, dass einzelne Bürgermeister nicht mehr zur nächsten Kommunalwahl antreten werden. Zu groß seien die Herausforderungen an dieses Ehrenamt geworden.

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2013 | 07:25 Uhr

Hagenow | In einigen Gemeinden wird es unruhig. Denn schon jetzt steht fest, dass einzelne Bürgermeister nicht mehr zur nächsten Kommunalwahl am 25. Mai antreten werden. Zu groß seien die Herausforderungen an dieses Ehrenamt geworden, so der Tenor.

"Die Verantwortung steigt", sagt Rainer Hamann aus Pritzier. Für ihn ist deshalb nach 20 Jahren Schluss. Das verkündete er bereits vor den Gemeindevertretern. Hinzu kommt, dass "ich ein Unternehmen führe, ich habe acht Mitarbeiter in Hamburg", begründet der Pendler seine Entscheidung. Jetzt herrscht Unruhe im Ort. Das weiß er. Doch es werde Zeit, das Amt an jemanden Jüngeren zu übergeben. Einen potenziellen Kandidaten gebe es schon. Eigentlich hatte der Bürgermeister aber damit gerechnet, dass bis dahin die Zwangsfusion kommt und sich das Thema von alleine regelt. Denn: zwei fusionierte Gemeinden brauchen nur einen Bürgermeister und weniger Gemeindevertreter. Dann wurde die Gemeindereform doch verschoben. Nicht vor 2019, heißt es aus dem Ministerium.

20 Bürgermeister und an die 160 Gemeindevertreter muss das Amt Hagenow-Land bis Ende 2013/Anfang 2014 mobilisieren, sich wieder ehrenamtlich vor Ort zu engagieren. "Bis jetzt hat es immer gereicht. Die Gemeinden waren immer arbeitsfähig", beruhigt Amtschef Alfred Matzmohr. Hier und da hätte es mal Engpässe gegeben. Wenn das zur kommenden Wahl akut werden sollte, bestünde immer noch die Option der Nachwahl. Wenn das auch nichts bringt, "müssen wir über Zusammenschlüsse reden", so Matzmohr.

Manfred Kebschull aus Gammelin will erstmal die Entwicklungen abwarten, bevor er sich erneut zur Wahl stellt. Denn "vieles ist mittlerweile ein Trauerspiel" geworden. Die Gemeindereform, weniger Gelder... Etliches in der Politik sei heute nicht mehr stimmig. Man verlange immer mehr, auf der anderen Seite werde das Ehrenamt nicht mehr honoriert. "Das passt nicht zusammen." Anfang 2014 kann er mehr dazu sagen, ob er sich "das noch antun will".

Auch die Warlitzer denken schon an dieses Thema. Wenn auch mit Skepsis. Ihr Bürgermeister Peter Holm will trotzdem nochmal kandidieren, ihm fehlen bislang jedoch Gemeindevertreter. Zwei über 70 hören auf, junge Leute sollen nachrücken. "Da muss man von Haustür zu Haustür gehen", sagt er. Von alleine komme niemand. Die Gründe: immer weniger Zeit durch den Job oder Verdrossenheit. Man könne ja eh nichts ändern, zitiert Peter Holm. "Doch", widerspricht er. "Man kann." Man müsse sich nur beteiligen.

Brigitte Wolf aus Hülseburg macht dagegen den Platz frei für die jüngere Generation. "Nach über 20 Jahren ist es genug", sagt die 62-Jährige. "Ich muss nicht Rentner und Bürgermeister sein." Wenngleich sie weiß, dass die Anforderungen an dieses Amt steigen und gleichzeitig der Arbeitsmarkt viele Jüngere immer stärker einnimmt durch Pendeln und Schichtdienst, ist sie zuversichtlich, dass sie einen Nachfolger findet. Erste Gespräche laufen bereits.

Bärbel Romanowski überlegt noch, ob sie erneut für fünf Jahre antritt oder nicht. Die Bürgermeisterin von Strohkirchen blickt auf zehn Amtsjahre in der Gemeinde zurück. Nach der Sommerpause wird sie ihre Entscheidung der Gemeindevertretung mitteilen.

Dieter Quast aus Moraas ist sich dagegen sicher. Er will sich den Herausforderungen der nächsten Jahre stellen. Die Gemeindevertreter für die kommende Amtszeit hat er schon jetzt zusammengetrommelt. "Das war kein Problem", sagt er. Wenn er wiedergewählt wird, wolle er noch vieles schaffen, begründet er seine Motivation.

Auch der Picher Bürgermeister Detlef Christ tritt noch einmal an. "Ich möchte als Bürgermeister zur Wahl antreten, weil ich in unserer Gemeinde noch einige Dinge bewegen will", sagt er im Gespräch mit SVZ. Er hat sich den Schritt gut überlegt, obwohl der Arbeitsaufwand für die Ehrenamtlichen immer größer wird. "Wenn man eine gute Gemeindevertretung hat, die an einem Strang zieht, dann ist der Aufwand zu schaffen."

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