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Hagenower Kreisblatt

17. November 2017 | 22:33 Uhr

Tripkau : Brückenschach der Generationen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Seit 21 Jahren kommen Schachfreunde diesseits und jenseits der Elbe zusammen, um für den Bau der Elbbrücke bei Darchau einzutreten

von
erstellt am 30.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Während sich die erwachsenen Schachspieler aufmerksam und hochkonzentriert beäugen, gibt Herbert Becker seiner Gegenspielerin wertvolle Tipps und nützliche Lösungsstrategien. Zwischen dem 84-jährigen Becker aus Lüneburg und seiner jungen Kontrahentin Chelsea aus Tripkau liegen mal eben fünfundsiebzig Lebensjahre. Trotz alledem teilen sie eine gemeinsame Leidenschaft, das Schachspiel.

Beide Spieler gehörten am vergangenen Sonnabend in der Mehrzweckhalle Tripkau zum zwanzigköpfigen Wettkampfteam von beiden Seiten der Elbe, die beim Brückenschach ihren Meister küren wollten.

„Seit dem Jahr 1996 treffen sich die Schachfreunde von jenseits und diesseits der Elbe, um für den Bau der Elbbrücke bei Darchau einzutreten. Dabei wurden bisher mehr als 2 300 Euro gesammelt und gespendet“, freut sich Horst Jahnke aus Tripkau. Der pensionierte Lehrer spielt bereits seit dem Jahr 1956 für den Tripkauer Schachverein und leitet diesen schon mehr als vierzig Jahre.

Der Brückenschach wird jeweils abwechselnd in Lüneburg und Tripkau ausgetragen. „Die Idee für diese Benefizveranstaltung zugunsten der Elbbrücke stammt ursprünglich von Karin Röckseisen aus Scharnebeck. Ganz traditionell versorgte sie uns auch heute mit zwei Torten sowie einer selbstgebastelten Porzellantasse“, berichtet Horst Jahnke im Gespräch mit der SVZ.

Wenn der große Traum einer Brücke über die Elbe eines Tages sich erfüllen würde, dann solle nach dem Willen der Schachspieler eine Messingtafel an ihr jahrelanges Engagement erinnern.

Das Schachspiel hat in Tripkau bereits seit dem Jahr 1946 Tradition. Ab 1973 spielte die Männermannschaft in der Bezirksklasse oder Bezirksliga.

„Auch an der Tripkauer Schule wird das Schachspiel als Arbeitsgemeinschaft angeboten. Hier leite ich schon seit nunmehr fünfundfünfzig Jahren diese Interessengemeinschaft“, erzählt der 77-jährige ehemalige Geschichtslehrer Horst Jahnke. Jeden Mittwoch können die Grundschüler in der sechsten Unterrichtsstunde das Schachspiel erlernen oder ihre Fähigkeiten darin verbessern. In diesem Schuljahr nehmen vier Kinder aus der vierten Klasse an der Arbeitsgemeinschaft teil.

Für die Tripkauer Spieler war der Brückenschach eine ideale Trainingsmöglichkeit, schließlich fiebern die Sportler schon dem 12. November entgegen. Dann wollen die Männer, Frauen und Jugendlichen sich mit Gleichgesinnten an der Hochschule in Wismar messen.

„Nach dem Ende des Krieges brachten Vertriebene aus Böhmen und ehemalige Kriegsgefangene das königliche Spiel mit nach Tripkau. Ernst Bliesch hatte selbstgeschnitzte Figuren aus dem Lager mit in seinem Gepäck“, erinnert sich Jahnke an die Anfänge des Schachspiels in seinem Tripkau.

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