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Hagenower Kreisblatt

25. September 2017 | 01:09 Uhr

Zarrentin : Brücken bauen für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Beratung für EU-Arbeitsmigranten im Landkreis Ludwigslust- Parchim / HELLP-Team jetzt auch regelmäßig in Zarrentin präsent

von
erstellt am 06.Feb.2017 | 19:00 Uhr

Besonders benachteiligte, neu zugewanderte Unionsbürger stehen dem mitunter recht komplizierten Leben in Deutschland oft ratlos gegenüber.

„Hier wollen wir helfen“, sagt Viorica Sirbu. Die 26-Jährige ist gebürtige Moldawierin und vor anderthalb Jahren in die Bundesrepublik gekommen. „Vor sieben Jahren war ich schon mal in Ludwigslust als Austauschschülerin. Meine Erfahrungen waren durchweg positiv“, begründet die junge Frau, die internationale Rechtswissenschaften studiert hat und später einmal als Juristin arbeiten möchte, ihre Affinität zu Deutschland.

Um weitere Einblicke in das Leben ihrer Wahlheimat zu bekommen, engagiert sich Viorica Sirbu seit einem Jahr für ein soziales Projekt. Die Partnerschaft zwischen dem Schweriner Verbund für soziale Projekte, kurz VSP gGmbH, und der GiB mbH, der Ludwigsluster Gesellschaft für innovative Beschäftigung, macht es möglich, breit aufgestellt zu sein.

Mit einem Instrumentenmix von Netzwerkarbeit und individueller Beratung sollen so den im Landkreis Ludwigslust-Parchim ansässigen EU-Ausländern und deren ebenfalls hier lebenden Kindern Brücken in die Zukunft gebaut werden. Soll heißen, Zugänge in die regulären, öffentlichen, aber auch zivilgesellschaftlichen Hilfesysteme zu öffnen. „Ein Team von Juristinnen und Fachfrauen aus der Sozialwirtschaft bietet im Rahmen des Projektes HELLP bereits seit 2016 Beratung für Bürger aus dem EU-Ausland im Landkreis an. Zunehmend mehr Frauen und Männer aus den europäischen Nachbarländern erledigen im Rahmen der EU-Arbeitnehmer-Freizügigkeit in den Unternehmen der Region Arbeiten, für die der Nachwuchs hierzulande rar ist“, erklärt Viorica Sirbu, die seit neuestem auch in Zarrentin ihre Hilfe anbietet. Mit dem Freizügigkeitsrecht auf dem Arbeitsmarkt sei auch das Recht auf soziale Teilhabe und Gleichbehandlung verbunden. „Das erledigt sich nicht von allein. Abgesehen von der Überwindung sprachlicher Barrieren gilt es auch Zugänge in das mitunter recht komplizierte Rechts- und Sozialsystem zu schaffen.“ Mit Unterstützung des EU-Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) und des Landkreises begleite das HELLP-Team auch in das Gesundheits- und Sozialleistungssystem, in Sprachkurse, helfe bei Wohnungsangelegenheiten und berate zur Integration der Allerjüngsten in Kindergarten und Schule. Der Sprachenmix im Team reiche von Englisch über Polnisch, Rumänisch bis Tschechisch.

„In Zarrentin betreue ich im Durchschnitt 50 bis 70 personen im Alter von 27 bis 65 Jahren. Auch für die Kleinsten bin ich da. Gegebenenfalls hilft uns das Jugendamt weiter.“



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