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Widerstand gegen Bau zwischen Scharbow und Bobzin : Broilermastanlage: Fristen laufen

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Investor Ingo Fischer hat einen offiziellen Antrag für den Bau einer Broilermastanlage bei Scharbow eingereicht. Damit laufen die Fristen für Einwendungen gegen die drei geplanten Ställe mit insgesamt 126 000 Plätzen.

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2013 | 06:12 Uhr

Scharbow | Die Zeit der Vermutungen und Ankündigungen ist vorbei. Investor Ingo Fischer hat einen offiziellen Antrag für den Bau einer Broilermastanlage zwischen Scharbow und Bobzin eingereicht. Damit laufen auch die Fristen für möglichen Einwendungen gegen die drei geplanten Ställe mit insgesamt 126000 Broilermastplätzen. Die Bürgerinitiative "Saubere Landluft" macht nun mobil, weil man nur bis zum 26. Februar seine Einwände geltend machen kann. (Mehr unter www.saubere-landluft.de)

Thomas Schugg, Organisator, Sprecher und auch am meisten betroffener Nachbar : "Jetzt gilt es, wer diese Anlage noch verhindern will, der muss jetzt handeln. Sich auf andere verlassen, die es schon richten werden, das wird nicht funktionieren."

Drei Ställe will Landwirt Ingo Fischer nahe der Autobahn errichten, jeder 20 mal 90 Meter lang. In den Ställen sollen in regelmäßigen Durchgängen von 32 Tagen bis zu 126000 Broiler eingestallt und gemästet werden. Der Betrieb mit seinen 250 Hektar Fläche will mit der Mastanlage einen Teil des selbst erzeugten Getreides veredeln. Fischer ist nicht nur Landwirt, er ist auch Stadtvertreter und stellv. Stadtvertretervorsteher sowie im Dorf Scharbow hoch anerkannt. Seit Bekanntwerden des Vorhabens sind jedoch viele Nachbarn tief zerstritten.

Nachdem zumindest offiziell monatelang Ruhe herrschte und viele sogar schon die Hoffnung hatten, das Vorhaben würde zurückgezogen, dürfte es jetzt mit der Ruhe vorüber sein.

Die Gegner der Anlage haben vor allem Angst vor den Keimen, die permanent ins Freie geleitet würden. Und sie befürchten ein Überlastung der schon jetzt eher schlechten und engen Straße, die Scharbow und Bobzin verbindet.

In den Unterlagen, die in der Hagenower Stadtverwaltung eingesehen werden können, haben die Gegner schon neues Ungemach entdeckt. Bisher waren sie von 800 Lkw-Fahrten pro Jahr ausgegangen, jetzt sollen es bis zu 1220 Fahrten werden. Hierbei soll es um den Lkw- und Schwerlastverkehr gehen. Es geht um den Hühnermist, es geht um das Reinigungswasser, es geht ums Prinzip.

Investor Fischer hat aus seinem Projekt nie einen Hel gemacht, hat alles offen gelegt und sich sogar auf Veranstaltungen den wütenden Einwendungen gestellt. Gelöst hat das nichts.

Das sieht auch Thomas Schugg von der Bürgerinitiative so. Er habe nichts gegen Herrn Fischer, wohl aber etwas gegen das Vorhaben und prinzipiell etwas gegen Massentierhaltung. Schugg geht davon aus, dass die Angelegenheit am Ende vor Gericht landen wird.

Widerstand gegen das landwirtschaftliche Projekt gibt es auch von der Nachbargemeinde Bobzin. Diese hatte über eine Teillasteinziehung die einzig zur Verfügung stehende Straße auf 11 Tonnen beschränken wollen. Das hatte der Landkreis erst genehmigt und dann diese Genehmigung zurückgezogen. Dagegen ist Bobzin jetzt in Widerspruch gegangen. Eine Entscheidung in dieser Sache steht noch aus. Fakt ist, ohne die Straße durch Bobzin kann es die Mastanlage nicht geben, denn durch den Scharbower Eisenbahntunnel passen die Lkw nun wirklich nicht.

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