Neue Rasse für die Zucht : Bresegarder Pute im Sortiment

Die neue Putenrasse für die Bio-Zucht im Auslauf.  Fotos: Sven Moritz
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Die neue Putenrasse für die Bio-Zucht im Auslauf. Fotos: Sven Moritz

Supermarktkette bezieht über Lieferanten Geflügel aus der Region für Bio-Eigenmarke / Neue Rasse für die Zucht

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20. August 2015, 11:50 Uhr

Wer bei Rewe regelmäßig Biogeflügel kauft, erwirbt mit Sicherheit auch Putenfleisch aus Bresegard bei Picher. Die dort ansässige Andreas Bio Geflügelhöfe GmbH beliefert  über den Vermarkter Biofino die Supermarktkette  für deren Bio-Eigenmarke.

Der Züchter  und Geflügelproduzent betreibt in der Gemeinde zwei Höfe.  Auf einen davon, auf Hof Jammer  mit seinen drei Ställen, angebauten sogenannten Wintergärten und Grünausläufen, werden etwa 8500 Tiere  laut  Kölner Handelskonzern  nach Richtlinien  des Naturland-Anbauverbandes, die  über die gesetzlichen Vorgaben der EU-Bio-Verordnung hinausgehen,  gehalten. Zu  den Kriterien zählen im Vergleich zur konventionellen Geflügelmast mehr Platz in modernen, luftigen Ställen, größere Auslaufflächen und der Einsatz von Bio-Futtermitteln. Die Puten sind 17 Wochen alt und erreichen in etwa drei Wochen die Schlachtreife.

Auf seinem Hof lebten etwa  zwei Tiere pro Quadratmeter im Stall, im Auslauf stünden etwa zehn Quadratmeter pro Tier zur Verfügung, berichtet Andreas Tiemann, Geschäftsführer des Bresegarder Bio-Geflügelbetriebs. 

Neben den weißbefiederten Puten hält er auch eine neue Rasse mit dem Namen Auburn. Sie macht in etwa die Hälfte des Geflügelbestandes auf Hof Jammer aus. Die Existenz der braunbefiederten Tiere  geht auf eine  Initiative Tiemanns zurück. „Wir wollten für die Bio-Geflügelzucht eine eigene Rasse entwickeln“,  erzählt  Tiemann bei einem Vor-Ort-Termin für  Medienvertreter. Er habe sich dafür mit einem Züchter aus England zusammengetan und die neue Putenrasse kreiert, die den Richtlinien der Öko-Haltung noch besser entspreche. Die Rasse sei einzigartig, weil sie die Vorteile alter Landrassen und moderner Rassen zusammenführe, fügt der  Geschäftsführer des fünf Mitarbeiter zählenden und seit 2008 in Bresegard bestehenden Unternehmens hinzu.

Ihr Unternehmen unterstützt die Züchtung der  komplett neuen Rasse für die Biofino GmbH,  wie Kathrin Kemper, Produktmanagerin Rewe Bio, mitteilt. Seit 2013 setzt  der Geflügelzulieferer - und vermarkter ihren Angaben nach auf die  besondere Kreuzung aus englischen Freilandputen und der Hybridrasse. Die Tiere sind demnach robuster und vitaler. Sie eigneten sich perfekt für die Auslaufhaltung, zudem wüchsen sie langsamer durch eine angepasste Ernährung, hieß es.  Langfristig sei sogar die Aufzucht von Bio-Elterntieren möglich. Laut Kemper verfolgt  die Bio-Eigenmarke  das Ziel, das Puten-Produktangebot bis 2017 zu hundert Prozent auf die neue Rasse umzustellen. Derzeit machen Auburns etwa die Hälfte des Bio-Putenangebots bei  der Lebensmittelkette aus.

Das Biosortiment umfasst nach Darstellung des Unternehmens aktuell  rund 440 Produkte. Alle Fleischwaren der Eigenmarke stammen demnach ausschließlich von Bio-Höfen aus Deutschland und Österreich und sind mit dem Naturland-Zeichen zertifiziert. Dieses soll eine artgerechtere Tierhaltung belegen.

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