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Hagenower Kreisblatt

20. Oktober 2017 | 20:13 Uhr

Lüneburg : Breitband - die Kommunen schlafen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Landkreis bemängelt fehlendes Interesse am Projekt „Breitbandausbau“ / Amt Neuhaus und Neu Bleckede benötigen Sonderlösung

von
erstellt am 06.Feb.2015 | 10:49 Uhr

Wird sich bald in ländlichen Regionen kein Haus mehr verkaufen lassen? Wandern noch mehr junge Leute ab? Siedeln sich Unternehmen erst gar nicht an, wenn der Breitbandausbau nicht passiert, wenn in den ländlichen Regionen weiterhin kein schnelles Internet verfügbar ist?

Ja, natürlich, ganz klar, so kann es kommen, sagen unisono im Gespräch mit SVZ Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer und Ulrich Mentz vom Landkreis Lüneburg. Sie sind seit 2013 mit dem Projekt „Breitbandausbau im Landkreis Lüneburg und künftige Umsetzung“ befasst. Die EU habe den Markt privatwirtschaftlichen Unternehmen überlassen und das habe dazu geführt, dass Ballungszentren gut versorgt seien und ländliche Regionen abgehängt würden, weil sich dort eine Wirtschaftlichkeit für die Anbieter nicht ergebe, so Krumböhmer. Sollen ländliche Regionen nicht gänzlich von der Entwicklung abgeschnitten bleiben, müssen die Kommunen ran und Geld in die Hand nehmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Grade des Ausbaus, die der Landkreis zusammen mit einem Beratungsunternehmen aufgezeigt hat. Wünschenswert wäre der Ausbau mit Glasfaserkabel bis an jedes Haus (FTTB - fibre to the building). Glasfaser ist die einzig zukunftssichere Technologie für das Breitband-Internet. Es gibt so gut wie keine Übertragungsverluste. Aber es ist auch die teuerste Lösung. Die Glasfaserkabel halten zwar lange, aber es wird teuer, sie überall in die Erde zu bringen, auch wenn man die Kosten sicher über einen langen Zeitraum abschreiben könnte. Der Landkreis rechnet mit ungefähr 90 Millionen Euro, die der Ausbau kosten würde. Eine abgespeckte Lösung wäre, die Glasfaserkabel von den Hauptverteilern nur bis zu den Kabelverzweigern zu verlegen (FTTC - Fibre to the curb). Die Daten kämen dann weiterhin von dort über die vorhandenen Kupferleitung ins Haus. Nachteil wäre, dass die verfügbare Bandbreite mit der Länge der Kupferstrecke abnimmt. Die Kosten wären mit geschätzten 25 Millionen Euro deutlich niedriger. „Für den Moment wäre es eine klare Verbesserung für die Kunden“, so Jürgen Krumböhmer, „aber irgendwann stehen wir dann da, wo wir heute stehen und müssen erneut investieren.“ In beiden Ausbaumodellen würde der Landkreis bauen und die Infrastruktur dann an einen Anbieter verpachten. Und in beiden Fällen geht es darum, dass genügend Kunden gefunden werden, damit das Risiko für eine landkreiseigene Gesellschaft kalkulierbar bliebe. Hier kommen die Kommunen ins Spiel. In einer Kooperationsvereinbarung verpflichten sich die Gemeinden, eine Vorvermarktungsquote von 30 Prozent zu erreichen.

Und an dieser Stelle kommt massive Kritik aus dem Kreishaus, denn aus den Kommunen kommt kaum Unterstützung. Man habe den Eindruck, dass sich Politik und auch Verwaltungen kaum für die Umsetzung interessierten. Hier würde Zukunft verspielt, so Ulrich Mentz. In der letzten Konsequenz kann es bedeuten, dass sich der Landkreis aus dem Projekt zurück zieht.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Sonnabend.

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