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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 03:04 Uhr

Boizenburg : Brandruine wirft viele Fragen auf

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gibt es einen Zusammenhang zwischen brutaler Zerstörungswut, einem beinahe passierten Gasunfall und der Flammen im Bürogebäude?

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2014 | 16:17 Uhr

Kaputte Fensterscheiben, ein zum Teil heruntergerissenes Blechdach, sie rücken sich aufdringlich in das Blickfeld des Betrachters, die Spuren der Flammen. Auf dem Elbberg war das um die 300 Quadratmeter große Bürogebäude der Erneuerbare Energie Boizenburg GmbH, EEB, schon längere Zeit ungenutzt, jetzt ist es nur noch eine einzige Brandruine. Geschäftsführer Mohamad Mohamad steht fassungslos vor ihr und durchlebt, wie er eine Woche später sagt, ein wahrhaftes Wechselbad der Gefühle.

Die EEB würde sich gern in Boizenburg engagieren. Rund sechs Millionen Euro stecken bereits in dem etwa 2,1 Hektar großem Grundstück auf dem Elbberg. Jedoch würden ein so genanntes Veränderungsverbot durch die Stadt, die Ablehnung der BImSchG-Genehmigung durch das StALU und der Widerstand vieler Boizenburger sämtliche Aktivitäten auf Eis legen. Justitia muss entscheiden, sagt Mohamad Mohamad. Das Verwaltungsgericht behandelt diese öffentlich-rechtliche Streitigkeit.

Der Geschäftsführer der 2011 gegründeten EEB ist gern in Boizenburg, einer wunderbaren Stadt, die viel Potenzial und freundliche Einwohner habe. Da bezieht er ausdrücklich auch die Gegner des geplanten Blockheizkraftwerkes mit ein. Es sei auch mit ihnen ein angenehm fairer Umgang gewesen. Leider musste er halt auch Erfahrungen machen, die nachdenklich stimmen und Fragen aufwerfen. Auf dem verschlossenen Firmengelände wüteten 2012 Vandalen mit brachialer Gewalt, während der Flut im Juli 2013 drang plötzlich durch eine beschädigte Leitung Gas aus und nun das Feuer. Er mutmaßt einen möglichen Zusammenhang der Taten einer kriminellen Gruppe aus der Umgebung. Dankbar denkt Mohamad Mohamad an die freiwilligen Feuerwehrleute, die durch ihren schnellen und umsichtigen Einsatz einen großen Flächenbrand verhindern konnten.

Der Bürgermeister versteht die Ablehnung des Standortes Elbberg in der Bevölkerung und Stadtvertretung. Für ihn ist die Geschichte der EEB noch nicht zu Ende. Wie Harald Jäschke meint, müssten diejenigen, die erneuerbare Energie wollen, ihr dann auch gegebenenfalls anderswo Raum geben.

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