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Wittenburg : Brandheiß: Feuerwehrchef tief in Ungnade gefallen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wittenburgs Stadtvertretung beschloss, ohne die Linken, Abberufungsverfahren von Stefan Schwarz

von
erstellt am 28.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Das schlug am Mittwoch Abend auf der Stadtvertretung schon ein wie eine Bombe: Der Ortswehrführer und erster Vize-Gemeindewehrführer von Wittenburg sowie  stellvertretende Amtswehrführer Stefan Schwarz soll seinen Posten räumen. Seit über drei Jahren hatte der 37-Jährige dieses Amt bekleidet, nun scheint der gebürtige Wittenburger tief in Ungnade gefallen zu sein. Anders ist es wohl auch nicht erklärbar, dass die Fraktionen der SPD, CDU, Körchower Wählergemeinschaft und Aktive Bürgerinitiative Werbering auf der jüngsten Stadtvertretung  ein Abberufungsverfahren einleiteten. Mit einer Gegenstimme der Linken.

„Ich weiß überhaupt nicht, was man mir im Einzelnen vorwirft. Mit mir hat bisher noch niemand das Gespräch gesucht“, zeigte sich im Vorfeld der Sitzung Schwarz völlig überrascht von dem Vorgang  gegen seine Person.  Was also ist passiert?

Von einer dauerhaften Störung des Vertrauensverhältnisses zum Dienstvorgesetzten ist die Rede, das stark geschädigt sei und nicht wieder hergestellt werden könne. Einzelheiten wolle jedoch niemand benennen, da  Stefan Schwarz nicht vorverurteilt werden solle.

„Es ist dringend notwendig, die Vorwürfe zu klären und sie zu 100 Prozent zu durchleuchten. Deshalb wird es innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen ein Anhörungsverfahren geben“, sagte Hartwig Kolthof, SPD-Fraktionschef.

„Es hat zunehmend Kritik an seiner Aufgabenwahrnehmung gegeben. Kameraden der Wittenburger Wehr und auch aus dem Amtswehrbereich sind an uns herangetreten. Es grummelt schon seit längerem, Ende letzten Jahres wurden die ersten Vorwürfe laut. So soll er Kameraden zwangsweise beurlaubt haben“, erklärt Bürgermeisterin Margret Seemann. Außerdem seien in der Vergangenheit bereits mehrfach Gespräche mit dem Wehrführer geführt worden. Bisher jedoch ohne Ergebnis.

Für Kreiswehrführer Uwe Pulss ist dieser Misstrauensantrag ein Novum. „Ich bin seit über 31 Jahren bei der Feuerwehr, so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Als Verbandsvorsitzender werde er seinem Kameraden Stefan Schwarz jede Hilfe zuteil werden lassen, die der Verband ihm geben könne. „Solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist, bleibt er ja  im Amt. Und in diesem Land gilt auch immer noch die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

Dass es nicht um eine Entlassung gehe, sondern um ein Anhörungsverfahren, betonte auch André Bernowitz als erster Stadtrat vor den Mandatsträgern. „Die Sachverhalte werden vorgetragen, bewertet und der Stadtvertretung vorgelegt. Die Rechtsaufsichtsbehörde entscheidet schließlich in der Sache. Wie es ausgeht, kann zum derzeitigen Augenblick  wohl keiner sagen.“

Wie tief Schwarz offensichtlich in Ungnade gefallen zu sein scheint, spiegelt auch  ein Beschluss des Amtsausschusses vom Dienstag  Abend wider. Mit einer Gegenstimme wurde  hier ebenfalls dem Abberufungsverfahren zugestimmt.

Der nun öffentlich an den Pranger Gestellte gab sich am Rande der abendlichen Zusammenkunft im Rathaus alles andere als niedergeschlagen, obwohl ihm der Rummel  um seine Person sichtlich zu schaffen macht und an die Nieren geht. Er wirkte recht angespannt. Kein Wunder, ist die Wehr doch sein ganzes Leben.  „Ich weiß den Großteil der Kameraden hinter mir. Sie wollten auch nicht, dass ich zurücktrete, um Schaden von der Feuerwehr abzuwenden. Ich werde also um meine Posten kämpfen.“

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