Amt Neuhaus : Brandbrief an Politik und Verwaltung

Gespräche im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen..
Gespräche im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen..

Netzwerk Flüchtlingspaten will heute Abend im Sozialausschuss über notwendige Unterstützung seiner Ehrenamtsarbeit diskutieren

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22. September 2015, 14:41 Uhr

Sie kümmern sich schon lange, die Mitglieder im Netzwerk-Flüchtlingspaten in der Gemeinde Amt Neuhaus. Sie geben Deutschunterricht, stellen den Asylsuchenden Paten zur Seite, sammeln, lagern und verteilen Spenden, fahren Flüchtlinge zu Ämtern. Und das alles ohne einen müden Euro dafür zu bekommen. Nur die Gleichstellungsbeauftragte Astrid Ottliczky bekommt eine Aufwandsentschädigung als geringfügig Beschäftigte.


Helfer am Ende ihrer Kräfte


Doch nun ist angesichts der weiter steigenden Zahlen der Gemeinde zugewiesenen Flüchtlinge (bis Ende Januar sollen es insgesamt 70 sein) das Maß voll. „Wir, die ehrenamtlichen Helfer sind jetzt schon am Ende unserer Kräfte“, heißt es in einem Brief beziehungsweise Eilantrag, den die Initiative heute Abend im Ausschuss für Soziales vortragen und diskutieren will. Alle Ratsmitglieder und die Bürgermeisterin haben ihn am Montag erhalten. Das Fazit zur Unterstützung aus der Politik fällt bitter aus, das Netzwerk fühlt sich alleine gelassen. Als einzige bisherige Unterstützung nennt es das kleine Lager, das für die Unterbringung von Spenden überlassen wurde, das sich aber schlecht eignet, weil das Dach undicht ist. Ein ganzer Katalog von Forderungen ist im Eilantrag aufgelistet. Es wird vorgeschlagen, das leer stehende Sozialkaufhaus oder ein anderes Gebäude als Begegnungsstätte, Aufenthaltsort für Kleinkinder, die keinen Platz in der Kita haben und Lager für Spenden anzumieten. Auch der Deutschunterricht könnte hier gegeben werden.

Außerdem sollte ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden oder zumindest die Möglichkeit bestehen, Kilometergeld abzurechen. Und die Bürger müssten in fortlaufenden Informationsveranstaltungen über die aktuelle Situation aufgeklärt werden.

Das Netzwerk wünscht sich die aktive Unterstützung auch von den Vereinen und fordert sie ein von der Politik und von der Verwaltung. Außerdem sprechen sich die Mitglieder der Initiative dafür aus, Flüchtlinge nur in Neuhaus unterzubringen und auch der Landkreis sollte Asylsuchende nicht außerhalb von Neuhaus und ohne Absprache mit der Gemeinde unterbringen.

Das Netzwerk will morgen im Ausschuss (Beginn 19 Uhr) seine Anliegen darlegen und wünscht sich Entscheidungen in der nächsten Ratssitzung am 1. Oktober im Dorfgemeinschaftshaus in Dellien.

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