zur Navigation springen

Firma Drehtainer arbeitet an neuem Spezialfahrzeug : Bombensicheres aus Valluhn

vom

Der Firmenname "Drehtainer" klingt an sich harmlos, die Produkte des Herstellers von Sicherheitstechnik sind es nicht, denn sie sind im wörtlichen Sinne bombensicher. Und das ist gefragt in Krisenzeiten, weltweit.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2012 | 10:21 Uhr

Gallin | Der Firmenname "Drehtainer" klingt an sich harmlos, die Produkte des hoch spezialisierten Herstellers von Sicherheitstechnik sind es überhaupt nicht, denn sie sind im wörtlichen Sinne bombensicher. Und das ist gefragt in Krisenzeiten, weltweit. Kein Wunder, dass sich das norddeutsche Unternehmen vor hohem Besuch von seiner erfolgreichen Seite zeigen konnte. Inmi Patterson, Generalkonsulin der USA mit Sitz in Hamburg, war in diese Tagen nicht ganz ohne Hintergedanken in den im Megapark ansässigen Betrieb eingeladen worden. Haben die Drehtainer-Leute doch gerade den Amerikanern einiges an Technik anzubieten. Bombensichere Container, die auch Granatbeschuss widerstehen und die zu ganzen Feldlagern zusammengebaut werden können, beschusssichere Technik für Feldlager, geschützte Fahrzeuge, abgeleitet von bewährten Lkw-Typen, Aufbauservice für sichere Feldlager - die Palette des Unternehmens mit aktuell gut 60 Mitarbeitern ist breit. Die Kunden sind weltweit zu finden, oft genug sind es Armeen, wie die Australiens oder Hollands. Und Afghanistan steht nicht umsonst auf der Liste der Länder, wo sich Drehtainer-Technik bewährt. Am Hindukusch hat das 1974 gegründete Unternehmen ganze Feldlager errichtet. Inzwischen hat auch die US Army direkt von der Ingenieurskunst der Deutschen profitiert. Die Amerikaner hatten gerade eines der Drehtainer-Lager in Afghanistan übernommen und wurden prompt beschossen. Passiert ist nichts, dafür gab es gleich mehrfach ein Dankeschön an das Unternehmen, wie Geschäftsführer Reinhard Glombek der amerikanischen Konsulin berichtete.

Ursprünglich kommt das Spezialunternehmen aus der Nukleartechnik und hat bei der Demontage des Kernkraftwerkes Lubmin Wertvolles geleistet. Ein Erfahrungsschatz, der sich bei der nun bald anstehenden Demontage anderer deutscher Atommeiler auszahlen könnte. Doch aktuell sind die Panzerungskünste der Drehtainer-Mannschaft gefragt. Momentan arbeitet die Firma mit der Bundeswehr an einem Spezialfahrzeug, mit dem sich bis zu sechs Verwundete sicher, d. h. tatsächlich bombensicher, aus Gefahrenzonen transportieren lassen. Derartiges, versicherte Marketingleiter Jens Christian Schlüter, gäbe es bisher weltweit nicht.

Was heute schon geht, wurde der von der CDU-Landtagsfraktion eingeladenen Konsulin in Valluhn gezeigt. Dort nahm sie z. B. in einem gepanzerten Container Platz, der auch Schutz vor Minenexplosionen bietet. Der Innenraum des Containers ist nämlich an Spezialstahlseilen aufgehangen, die im Falle einer Minenexplosion auf die Millisekunde genau gesprengt werden. Ergebnis: Für den Bruchteil einer Sekunde schwebt die Innenhülle des Containers faktisch in der Luft, die bis zu 7000 G starke Explosion verpufft relativ wirkungslos, die Insassen überleben. Genial, aber natürlich nicht billig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen