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Hagenower Kreisblatt

21. September 2017 | 21:29 Uhr

Boizenburg: Wir wollen die Deiche halten

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erstellt am 05.Jun.2013 | 07:16 Uhr

Boizenburg | Schulterschluss im Kampf gegen die nahende Flut: Boizenburg und das Umland bündeln bei der Erwartung des neuen Jahrhunderthochwassers ihre Kräfte. "Wir wollen die Deiche halten", so lautete gestern Nachmittag die klare Aussage der Krisensitzung im Verwaltungsgebäude des Amtes Boizenburg-Land.

Die Runde, die sich traf, um zu beraten, wann, wie, wo, genau was zu tun ist, war recht umfangreich. Amtsvorsteher Erdmann Roloff begrüßte neben Vertretern der Verwaltung, der betroffenen amtsangehörigen Gemeinden, des Amtes für Migration und Asylbewerber in Horst auch die Führungsspitze der Amtsfeuerwehr, Polizei, die Untere Wasserbehörde beim Landkreis sowie den Boizenburger Bürgermeister und Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU), Baubezirk Boizenburg. Sie ziehen alle an einem Strang und haben allen düsteren Prognosen zum Trotz nicht die schlechtesten Karten.

Bernd Rohr vom StALU bezeichnete den Zustand der Hochwasserschutzanlagen in unserer Region generell als gut. In seinen Erläuterungen über den aktuellen Stand der Dinge sprach er über die vorgesehene Erhöhung des Deiches der Elbe am Hafen um bis zu 50 Zentimeter. Die Arbeiten sollen heute beginnen. Endlich ist auch der Scheitel in Sicht. Er erreichte gestern Usti. Experten gehen davon aus, dass er in etwa sieben Tagen am Pegel Boizenburg den Höchststand anzeigt.

Karin Wienecke, die Ordnungsamtsleiterin von Boizenburg-Land und Bürgermeister Harald Jäschke kamen mit einer Nachricht aus einer Sitzung des Krisenstabes in Ludwigslust zurück. Landrat Rolf Christiansen hat die Alarmstufe IV ausgelöst. Katastrophenalarm bedeute, dass sich die Bürger im Fall des Falles auf zeitweise gesperrte Straßen und Evakuierungsmaßnahmen einstellen müssten, sagte Karin Wienecke, ohne, wie sie betonte, die Lage weder dramatisieren, noch beschönigen zu wollen. Seit gestern ist auch im Amt ein Krisenstab rund um die Uhr besetzt und für Fragen der Bürger unter Tel. 038847/38530 erreichbar.

In Tagen wie diesen rücken Stadt und Umland enger zusammen. So wurde vereinbart, dass sich Boizenburg auch im Bereich des Amtes (Teldau und Horst) um die Elbedeiche kümmert, damit sich die Kräfte des Amtes auf das Hinterland (mit Sude, Stecknitz, Schaale, den Randkanal bei Horst und den Brahlstorfer Bach) konzentrieren können.

Gut findet es Harald Jäschke, dass die Feuerwehrleute aus Stadt und Umland stärker zusammen arbeiten wollen, um so zum Beispiel die Deichwachen abzusichern. Für ein zusätzliches gutes Gefühl sorgt eine Information von der Bundeswehr. Gestern Nachmittag begann die Verlegung von Soldaten des in Hagenow stationierten Panzergrenadierbataillons 401 nach Lübtheen. Sie füllen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in großer Anzahl Sandsäcke, die sie dort zur Absicherung der Deiche verbauen, wo es erforderlich ist.

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