Hagenow : Böse Jungs unterwegs auf dornigen Wegen

Ragnaröek, wie sie sich sehen. Am Sonnabend spielen sie im„Mecki“, um 20 Uhr geht es los.  Collage: Band
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Ragnaröek, wie sie sich sehen. Am Sonnabend spielen sie im„Mecki“, um 20 Uhr geht es los.

„Ragnaröek“ stellen am Sonnabend in Hagenow ihre neue Scheibe vor und feiern auch noch ihren zehnten Geburtstag.

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16. Juli 2015, 10:15 Uhr

Mit ihnen wird die Schattenwelt lebendig, kommt das Mittelalter extrem rockig daher, erwachen immer noch Dudelsäcke zu einem anderen Leben. Mit ihnen kommt pure Spielfreude nach Hagenow, kraftvolle Musik der unverfälschten und härteren Art. „Ragnaröek“ spielt am Sonnabend Abend im „Mecki“ (20 Uhr) auf. Und es wird alles andere als ein gewöhnlicher Abend der Männer werden, die nicht nur im Bandnamen die Götterdämmerung versprechen.

Der Abend in Hagenows alter und neuer Kultstätte wird so etwas wie eine große Geburtstagsparty, denn die Band des Mittelalter-Rocks wird in diesem Jahr zehn Jahre alt.

Extra dazu gibt es neue Musik, die selbst ernannten Nordmänner mit den markigen Namen haben mit „Dornig“ ihre dritte Scheibe fertig gestellt. 13 Titel plus Bonusstück verheißen 56 Minuten neuen Stoff. Den Anhängern dieser Musik sei verraten, dass es ordentlich etwas um die Ohren geben wird. Dieser Silberling sei nach nunmehr zehnjähriger Fahrt aus den „knotigen Händen der Kumpanei entwachsen. In 13 neuen Liedern verschmelzten alte Mythen mit kraftvoll geschmiedeten Melodien“, heißt es in einer der ersten Besprechungen der neuen Scheibe. Man kann es auch anders ausdrücken: Die Jungs um Charon, dem Fährmann, haben sich weiterentwickelt ohne ihre bisherigen musikalischen Wurzeln zu verleugnen. Das Ergebnis: Ragnaröek sind ein wenig aus der selbst gewählten Nische gekommen. Das was sie mit großer Spielfreude abliefen ist hörbarer geworden und hat die Chance, mehr Leute zu erreichen. Wer mit der Musik von „Rammstein“ etwas anzufangen weiß, wird sich auch bei den hart rockenden Jungs aus dem Norden sehr wohlfühlen.

Wobei auf dem Album auch die ruhigeren Momente durchaus ihren Platz gefunden haben. Gute sechs Wochen haben die meist in Schwerin wohnenden Musiker an ihrem Album geschraubt. Aufgenommen wurde es in Berlin im „Kinski-Noize-Studio“ unter ziemlich professionellen Bedingungen, wie Rondall (der Schläger) als Sprecher der Band erklärt. Natürlich haben die Männer, die alle so um die 30 Jahre alt sind, auch richtige Namen und bürgerlich Existenzen. Doch die tun in der Öffentlichkeit nichts zur Sache. Trotz des Erfolges der vergangenen Jahre. Doch so erfolgreich, dass sie von dem Musikprojekt leben könnten, sind sie nicht geworden. Das tut dem „Rag’n’troll“ mit unbändiger Kraft und schaurigen Geschichten jedoch keinen Abbruch. Diese werden mit rauen Stimmen erzählt. Für den Ersthörer nicht immer gleich verständlich. Doch die Truppe kann damit gut leben, Grönemeyer würde man ja schließlich meist auch nicht beim ersten Mal verstehen.

Es ist eine Musik, die einen auf Schlag in eine andere Welt versetzt. Metallische Gitarren und kraftvolles Schlagwerk treffen auf mittelalterliche Melodien. In der Szene haben Sigar, der Schinder (git), Ark, der Schnitter (git), Der Zeuss (bass), Rondall, der Schläger (dr) und Charon, der Fährmann (voc. pipe) sich längst ihren Namen gemacht.

Dass der „Mecki“ in Hagenow nun Schauplatz der Geburtstagsfete inklusive Plattenvorstellung wird hat mit zwei Entwicklungen zu tun. Zum einen gilt Hagenow immer noch der Wiege der Band. Deren Probenraum befindet sich mitten in der Stadt, extrem gut abgeschirmt. Obwohl aus der Erstbesetzung keiner mehr an Bord ist wird die Tradition hoch gehalten. Zum anderen hatten die Jungs extremes Pech mit ihrer vorherigen Agentur. Die habe schlicht gepennt, schimpft Rondall im Gespräch mit Mayk, dem Schreiber. So wird es auch leider keine Tour zur neuen Platte geben. Für andere Sachen rund um die Band hat es aber gereicht. Es gibt ein neues Design, es gibt neue Merchandise-Artikel und es gibt die neuen Titel. Natürlich, auch das wissen die Jungs, die ihre hartes Image gerne pflegen, werden sie auch um ihre alten Stücke nicht herumkommen. Noch immer ist „Spielmann“ so etwas wie die Hymne der Band.

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