zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

15. Dezember 2017 | 13:22 Uhr

Blitzer-Schwerpunkt: Kreuz Schwerin

vom

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 08:17 Uhr

Wöbbelin | Die Baustelle Autobahnkreuz Schwerin wird der neue Blitzer-Schwerpunkt für die Polizei. Grund ist die hemmungslose Raserei in der erst vor Tagen eingerichteten Baustelle. Beweis ist ein Messeinsatz vom Donnerstag dieser Woche. In nur fünf Stunden wurden in der auf 80 km/h begrenzten Strecke so viele Raser erwischt, dass 56 Fahrer ihre Führerscheine für etliche Wochen los sind. Unfassbarer Spitzenreiter des Tages war ein Mazda-Fahrer mit Hamburger Kennzeichen, der mit 163 km/h durch die Messstelle förmlich flog. Der Fahrer muss mit einem dreimonatigen Fahrverbot, vier Punkten in Flensburg und einem Bußgeld von 600 Euro rechnen.

Gemessen wurden an diesem Tag 3302 Fahrzeuge, davon waren 606 Fahrzeuge zu schnell. Andere waren nicht viel langsamer als der Spitzenreiter. Ein Berliner Opel-Fahrer kam auf 160 km/h, weitere fünf erreichten über 150 Sachen in der 80er-Strecke. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. "Dieses Ausmaß an Raserei hat uns dann doch überrascht. Und wir werden schnell handeln", erklärte Polizeisprecher Klaus Wiechmann gestern. Da für die kommenden Wochen mit einer deutlichen Zunahme der Bautätigkeit im Bereich des künftigen Autobahnkreuzes gerechnet werden müsse, werde die Polizei handeln. "Wir werden dort ab sofort sehr regelmäßig und offen kontrollieren. Als Polizei müssen wir zum einen die Bauarbeiter schützen. Keiner muss es hinnehmen, dass nur wenige Zentimeter entfernt ein rücksichtsloser Autofahrer mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durchrauscht, nur weil er eine Baustelle nicht zur Kenntnis nehmen will. Und wir wollen Unfälle in diesem Bereich verhindern. Daher wird diese Baustelle in Absprache mit dem Autobahnpolizeirevier Stolpe zum neuen Messschwerpunkt", erklärte Wiechmann von der Polizeiinspektion. Es gehe den Beamten nicht um Geldschneiderei oder darum, die Autofahrer zu ärgern. Die Beschränkungen in der Baustelle würden nicht aus Spaß oder Langeweile verhängt, sondern weil das wegen des Komplettumbaus bei laufendem Verkehr einfach nötig sei. "Wir haben ähnliche Erfahrungen an der Brückenbaustelle Gallin im Zuge der A 24 gesammelt. Dort hat es trotz vielfacher Geschwindigkeitsmessungen vier Unfälle gegeben, die einigermaßen glimpflich ausgingen. Hauptursache war, dass die Autofahrer die Enge der Baustelle unterschätzt hatten und zu schnell hineinfuhren. Ähnliches droht jetzt an dieser neuen Baustelle. Wir wollen gleich von Anfang verhindern, dass Autofahrer die Gefahren in dem Bereich nicht ernstnehmen. Wir tarnen uns nicht und wir kündigen die Einsätze hiermit an, damit sich alle darauf einrichten können."

Allein an der Galliner Brückenbaustelle wurden in den vergangenen Monaten Hunderte Führerscheine zeitweise zu Grabe getragen. Die Polizei arbeitet die Fälle derzeit noch auf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen