1. Pianofestival auf dem Holzfestplatz : Blaue Noten im Grevener Wald

Gottfried Böttger eröffnete des 1. Pianofestival „Shake Greven“.
Foto:
Gottfried Böttger eröffnete des 1. Pianofestival „Shake Greven“.

Förderverein für Kultur möchte neben Blues- und Rock`n Roll-Nacht neues Event etablieren

svz.de von
09. Mai 2017, 12:00 Uhr

„So etwas möchte ich auch bei uns haben!“ Das sagte Harald Elgeti, Vorsitzender des Fördervereins für Kultur in Greven e.V., vor zwei Jahren. Damals hatte er ein Boogiefestival am Wolfgangsee in Österreich besucht und war mit seiner Frau gerade auf dem Heimweg, als die Idee aus ihm herausplatzte. Aufzuhalten war er danach nicht mehr, auch wenn einige Mitglieder des Vereins dem Vorhaben eher kritisch gegenüberstanden.

Am vergangenen Wochenende war es dann soweit: Der Holzfestplatz öffnete die Tore zum 1. Pianofestival „Shake Greven“. Allerdings, das musste Elgeti zugeben, war der Termin für die Veranstaltung schlecht gewählt. „Das wird heute nicht gut“, sagte er kurz vor Festivalbeginn im SVZ-Gespräch. „Wir haben nur wenige Karten vorab verkauft. Udo Lindenberg singt in Schwerin, in Hamburg ist Hafengeburtstag und in Dodow das Blütenfest. Daher rechnen wir insgesamt mit wenigen Besuchern.“

Als Elgeti mit der Planung und Organisation von „Shake Greven“ begann, war von den anderen Veranstaltungen aber auch noch keine Rede. „Wir haben berühmte Musiker hier, die langfristig gebucht sind. Außerdem musste das Festival zeitlich möglichst weit von der Augustveranstaltung, den Bluesnächten, abgegrenzt werden.“ Unter diesen Voraussetzungen war der Verein als Veranstalter mit den gut 50 Besuchern zufrieden, die am Samstagabend zum Holzfestplatz kamen.

Und auch wenn es übersichtlich im Zelt war, hatten die Gäste offensichtlich Lust auf Ragtime, Blues und Boogie-Woogie mitgebracht - von den ersten Noten an wurde mitgewippt, geklatscht und gejubelt. Das würde natürlich auch an den gebuchten Künstlern liegen, meinte Elgeti, Mecklenburgs größter Blues- und Boogie-Fan, wie er sich selbst gern nennt. Alle seien verdiente Musiker. „Wir hatten nie den Gedanken, dass wir uns billige Musik nach Greven holen.“ Daher seien die Veranstaltungen auch immer ein wirtschaftliches Risiko für den Förderverein. Ob das Pianofestival im kommenden Jahr stattfindet, könne er deshalb noch nicht genau sagen. „Wir werden sehen. Es muss wirtschaftlich überschaubar sein. Boogie ist für mich die genialste Musik und dieses Festival ist ein Versuch.“

Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird, kürzer treten oder sich ganz zurückziehen wird Elgeti wohl nicht: „Seit Juli 2016 bin ich im Ruhestand und ich könnte das Leben als Rentner gut aushalten, aber ich engagiere mich auch gern.“ Vor allem im Förderverein für Kultur in Greven.

Seit 17 Jahren organisiert der Verein Veranstaltungen auf dem Holzfestplatz. Davor, so Elgeti, habe dieser eigentlich brach gelegen. „Seit 1911 fand einmal im Jahr das Holzfest statt. Und zu DDR-Zeiten gab es hier ein paar LPG-Betriebsfeste. Das war`s dann auch schon.“

Dank des Vereins hat es sich aber inzwischen herumgesprochen, dass auf dem Platz im Wald gut gefeiert werden kann. Zum Bluesfestival, das jedes Jahr am letzten Augustwochenende stattfindet, kommen hunderte Gäste, und auch die Rock`n Roll-Nacht hat sich etabliert. Mit dem Pianofestival soll nun eine weitere Veranstaltung Gäste nach Greven locken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen