Laave : „Bitte warten, bitte warten...“

Jürgen Voß in seinem Kuhstall.
Jürgen Voß in seinem Kuhstall.

Der Telefonanschluss von Jürgen Voß in Laave ist seit drei Wochen tot

svz.de von
26. Juli 2015, 08:30 Uhr

Jürgen Voß aus Laave ist richtig wütend auf die Telekom, denn seit den schweren Gewittern am ersten Juli-Wochenende geht bei seinem Telefonanschluss gar nichts mehr. „Wir sind in der Hauptbuchungszeit für unsere Ferienwohnungen, die Gäste müssen doch hier anrufen können“, schildert der Landwirt, der drei Appartements auf seinem Hof an Urlauber vermietet, seine Not.

Es sei zwar normal, dass ihr Telefon ein- bis zweimal nach Unwettern im Sommer gestört ist, berichtet Jürgen Voß, aber dieses Mal ist alles anders. „In den letzten Jahren kamen Monteure und haben sich gekümmert. Das hat auch nicht immer auf Anhieb geklappt, aber es passierte etwas. Im aktuellen Fall ist aber bis heute noch niemand da gewesen, das Telefon geht jetzt seit knapp drei Wochen nicht.“

Am Montag vergangener Woche habe es am Service-Telefon endlich geheißen, dass nicht viel zu tun wäre und ein Techniker nach Laave kommen würde. „Es ist immer noch niemand da gewesen!“, erzählt Jürgen Voß im Gespräch mit der SVZ.

Jürgen Voß ist entnervt von den vielen Stunden, die er in Warteschleifen verbringt, um überhaupt jemand in der Störungsstelle an die Strippe zu bekommen.

„Meist hört man nur: 'Bitte warten, bitte warten...'. Ich habe schon nachts um halb zwölf dort angerufen, weil ich dachte, um diese Zeit hätte ich mehr Glück, war aber nichts. Wenn überhaupt jemand rangeht, wird man vertröstet. Mittlerweile melden sie sich auch nicht mehr zurück.“

Immerhin hat es nach seiner Schilderung eine Service-Mitarbeiterin geschafft, eine Rufumleitung vom Hausanschluss auf das Handy von Jürgen Voß zu installieren.

Zufriedenstellend ist diese Lösung für Jürgen Voß nicht. Das mit dem Handyempfang ist in Laave grundsätzlich eine schwierige Sache: „Wenn ich beispielsweise im Kuhstall arbeite, habe ich gar keinen Empfang.“

Geärgert hat sich Jürgen Voß auch über den Rat eines Service-Mitarbeiters, der ihm empfahl, auf das neue Breitbandnetz umzusteigen, das die Telekom gerade im Vorwahlbereich 038845 installiert, zu dem Laave gehört.

„Ich soll etwas kaufen, was noch gar nicht funktionieren kann. Die neuen Verteilerkästen für die Breitbandversorgung sind noch gar nicht an die Stromversorgung angeschlossen. Das weiß ich sehr genau, denn ein Teil der Kabel soll über mein Land verlegt werden.“ Zudem würden dann alle drei Anschlüsse für Telefon, Handy und Internet auf einem Verteilerkasten liegen. Ein ziemlich hohes Risiko, insbesondere bei Gewitter, findet Jürgen Voß.

Durch die Rufumleitung aufs Handy kann Familie Voß angerufen werden, selbst aber keine Anrufe vom Festnetzanschluss aus tätigen.

Jürgen Voß hat Schadensersatzansprüche an die Telekom gestellt, allein 1000 Euro kommen zusammen, da die Ferienwohnungen durch seine Unerreichbarkeit eine Woche leer gestanden haben. Nach der Telefonstörung im letzten Jahr hat Jürgen Voß eine Entschuldigungs-Karte von der Telekom bekommen.

Am Mittwoch dieser Woche meldete sich ein Techniker der Telekom bei Jürgen Voß auf dem Handy, er sei in Laave, würde aber die Hausnummer 22 nicht finden.

„Ich habe ihm den Weg erklärt“, erzählt Jürgen Voß, „unser Hof ist durch das große Werbeschild für unsere Ferienwohnungen gut zu finden. Aber der Mann ist nicht hier angekommen.“ Der Techniker ist wohl unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren.



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