Gallin : Bio-Braugerste von Galliner Feldern

Hopfen, Malz und Bio-Braugerste aus Gallin gehören für die Bio-Landwirte zu einem guten Bier.
Hopfen, Malz und Bio-Braugerste aus Gallin gehören für die Bio-Landwirte zu einem guten Bier.

Landwirte Jens und Peggy Rasim kooperieren mit Stralsunder Brauerei. Am Sonnabend findet Hoftag mit Führungen statt

von
13. Juni 2018, 20:45 Uhr

Wenn am Sonnabend der Bio-Betrieb Gut Gallin zum Hoffest einlädt, gibt es auch Bier für die Besucher. Ein Teil der Braugerste für dieses Bier kommt von den Feldern des Galliner Landwirtschaftsbetriebes. Bio-Bauer Jens Rasim gehört mit zu den ersten regionalen Erzeugern, der Braugerste für die Bierherstellung in der erforderlichen Qualität zur Verfügung stellen konnte. „Jetzt haben wir in Zusammenarbeit mit der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund zehn weitere Bio-Landwirte gewinnen können, die hier in Mecklenburg Braugerste für die Brauerei anbauen. Ich selber liefere schon drei Jahre die Braugerste. In diesem Jahr wollen wir es zum ersten Mal zusammen versuchen“, sagt Jens Rasim, Geschäftsführer der Gut Gallin GmbH, nicht ohne Stolz, und er setzt noch einen drauf.

„Meine Gerste ist zudem exklusiv in der Hamburger Elbphilharmonie zu haben. Dort gibt es nur Störtebeker Bier, das auch mit Braugerste von unseren Feldern hergestellt wird. Die Stralsunder wollen zukünftig rund ein Drittel der Braugerste aus Mecklenburg-Vorpommern in den Herstellungsprozess einfließen lassen. Bestimmte Malze müssen natürlich importiert werden“, erzählt er weiter.

Allerdings steht das Bio-Getreide rund um Gallin in diesem Sommer nicht gerade üppig auf den Feldern. Seit Ende April sind in der westlichen Region des Landkreises keine wesentlichen Niederschläge mehr gefallen.

„So eine extreme Trockenheit zu diesem wichtigen Zeitpunkt für die Pflanzen hatten wir in den vergangenen 23 Jahren noch nicht in unserem Betrieb. In diesem Jahr geht es voll in die Wachstumsphase des Getreides rein“, macht der Landwirt deutlich. Der Betrieb hat überwiegend Sommergetreide angebaut. Doch heute steht schon für die Geschäftsführung fest, dass es weniger Futter, weniger Getreide und weniger Stroh geben wird. Das hat Konsequenzen auch für die Tierwirtschaft, weil weniger Futter zur Verfügung ist. In den vergangenen Jahren standen über den Winter 400 Tiere im Stall, im kommenden Winter werden es wohl nur 150 Rinder sein. Eigenes Futter und Stroh fehlen eben. Beim Getreide, so schätzt der Bio-Landwirt ein, wird es einen erheblichen Umsatzeinbruch geben. Bis zur Hälfte des Ertrages kann wegbrechen. Allerdings hat der Betrieb jetzt erst ein Drittel der Getreideernte 2017, Dinkel und Weizen, verkauft. Insgesamt sei das Gut Gallin breit aufgestellt, so dass es trotz der extremen Trockenheit und mit Hilfe von Sparmaßnahmen die Verluste gut schultern kann, so Rasim.

Wenn am Sonnabend die Besucher den Galliner Bio-Betrieb besuchen, wird sicherlich auch diese außergewöhnliche Situation im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Die Galliner Landwirte wollen dabei ihren Gästen einen Einblick in ihre Arbeit geben. „Dabei darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Ich möchte natürlich auch, dass die Kinder auf ihre Kosten kommen. Wir kümmern uns um die kleinen Besucher und zeigen den Eltern den Betrieb und bieten Flurbegehungen an“, macht Peggy Rasim auf Sonnabend neugierig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen