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Erste Burg bei Altendorf : Biber rücken näher an die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Erste Biberburg bei Altendorf / Gartenbesitzer sollten Obstbäume schützen

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 00:34 Uhr

So dicht kam der Biber den Menschen in Boizenburg noch nie. Zwar hatte Ingo Valentin schon im Herbst die ersten abgenagten Äste und angefressenen Baumstämme zwischen dem Hafen und Altendorf entdeckt. Doch jetzt scheint es dem Biber dort so gut zu gefallen, dass er sich auf Dauer in der Nähe des Pfitzenteiches eingerichtet hat. Seit Jahresbeginn wächst dort eine Biberburg. „Es muss ein mutiger Biber sein“, sagt Dirk Foitlänger vom Biosphärenamt. „Denn eigentlich wagen sich Biber nicht so weit entfernt vom fließenden Gewässer ins Land. Dreißig Meter, wie in diesem Fall, das sei schon ungewöhnlich. Auf dem Foto, das der Biberbeauftragte Ingo Valentin vorgestern von dem Bau gemacht hat, erkennt man gut die abgenagten Äste und den Schlamm, mit dem der Biber seine Höhle nach oben hin abdichtet. „Die Burg verändert sich ständig“, sagt Valentin. „Die wird sicher noch weiter wachsen.“ Noch frisst der Biber Wurzeln, Zweige und Rinden von Weiden und Pappeln. Wird der Winter lang, könnte der Nager aber auch auf die angrenzenden Fürstengärten ausweichen und sich dort nicht nur über am Boden liegende Äpfel hermachen, sondern auch an den Obstbäumen nagen. Das Amt für das Biosphärenreservat rät deshalb den Gartenbesitzern, ihre Bäume zu schützen, die Baumstämme zu umzäunen oder sie mit so genannter Verbissschutzfarbe anzustreichen. Dass Anwohner den Biber tagsüber sehen, sei eher unwahrscheinlich, denn Biber sind nachtaktiv und halten sich tagsüber in ihren Höhlen auf. Wer dennoch Besuch vom großen Nager bekommt, sollte nicht erschrecken, sagt Foitlänger. „Es handelt sich hier weder um Bisamratte oder Nutria, sondern um ein besonderes, geschütztes Tier. Wer es leibhaftig zu Gesicht bekommt, hat ein super Erlebnis.“

Biber waren um 1950 in Deutschland weiträumig ausgestorben. Nur an der Mittelelbe lebten noch etwa 60 Exemplare. Heute gibt es in Deutschland etwa 6000 Biber, allein 1200 in MV. Im Biosphärenreservat Schaalsee rechnet man mit etwa 60 Exemplaren. Bei einem Monitoring im vergangenen Jahr waren 24 Burgen und elf Erdbaue gezählt worden. Doppelt so viele wie fünf Jahre zuvor.

 

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