Hittbergen : Beweidung wäre wünschenswert

Auerochsen und Heckrinder weiden.
Auerochsen und Heckrinder weiden.

Rinder oder Schafe sollen dauerhaft verhindern, dass im Elbvorland zurück geschnittene Flächen wieder zuwachsen

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09. Januar 2016, 16:42 Uhr

Im Gespräch mit Jürgen Siems, dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbetal (VSKE) über das vergangene Jahr wird schnell deutlich, was den Verein in 2015 Jahr sehr beschäftigt hat. Das ist die Nachhaltigkeit der erfolgten Rückschnitte von Aufwuchs im Elbvorland, soll heißen, die dauerhafte Freihaltung der besagten Flächen.

Man erinnert sich: In der Schnittsaison 2013/2014 wurden von der Unteren Naturschutzbehörde vorher kartierte Flächen dann im Auftrag des Landkreises zurückgeschnitten. Zusätzlich wurden in der Saison 2014/2015 bestimmte Flächen an besonders neuralgischen Stellen als sogenannte vorgezogene Maßnahmen von Aufwuchs befreit. Jetzt geht es darum, dass diese Flächen nicht wieder zuwachsen.

„Im vergangen Jahr gab es entlang der Elbe fünf Veranstaltungen. Man hat Ortsbesichtigungen durchgeführt und kam zum Ergebnis, dass die dauerhafte Offenhaltung besagter Flächen am Besten durch eine Beweidung erfolgen kann,“so Jürgen Siems. Denn den Rückschnitt immer wieder mit Technik durchzuführen kostet Geld und verdichtet zusätzlich noch den Boden. Auenpflegeverbünde sollen gegründet werden, Gespräche mit Landwirten wurden geführt. Die Biosphärenreservatsverwaltung habe großes Interesse, eine Struktur aufzubauen, die dafür Sorge trägt, dass genannte Flächen dauerhaft offen blieben, so Jürgen Siems. „Alle wollen mitarbeiten, die Landwirte sind kooperativ und es hakt trotzdem, denn natürlich kann es nicht sein, dass Landwirte, die ihre Tiere in diesen Flächen weiden lassen, auf dem Risiko sitzen bleiben, dass sie die Tier später nicht vermarkten können, weil das Fleisch vielleicht zu hoch mit Dioxinen oder anderen Schadstoffen belastet ist“, erläutert Siems. weiter. Außerdem bedeute die Beweidung zusätzliche Arbeit durch eine Einzäunung und tägliche Kontrollen. Mitte Oktober seien daher sowohl das Umweltministerium als auch das Landwirtschaftsministerium angeschrieben worden. Das Landwirtschaftsministerium bestätigte den Eingang, man wolle sich kümmern, vom Unweltministerium kam bis heute nicht mal eine Antwort.

„Das trägt nicht gerade dazu bei, das Vertrauen zu fördern“ ist Siems ärgerlich darüber, dass es nicht voran geht. Denn an einigen Stellen sei der Aufwuchs schon wieder sehr hoch, das könnten eigentlich nur noch Rinder kurz kriegen. Vielleicht muss auch noch mal richtig mit Technik zurückgeschnitten werden, wenn der Aufwuchs inzwischen einfach zu hoch ist.

Stephan Bartscht vom Landkreis bestätigt, dass beim Rückschnitt der Landkreisflächen in 2013/2014 ein Konzept, wie die Flächen dauerhaft freizuhalten seien, nicht vorgelegen habe.

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