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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 03:52 Uhr

Moraas : Betrüger werden immer dreister

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Angeblich Reisende hatten es auf Bargeld eines älteren Mannes abgesehen Spiegelreflexkamera und Rasierapparate als Lockmittel

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Eine eher ungewöhnliche Geschichte erreichte unsere Redaktion jetzt von Inge und Hans-Jürgen Kanter aus Moraas. Vor einigen Tagen wollten beide den Markt in Ludwigslust besuchen und machten dort eine eher unliebsame Bekanntschaft mit zwei mutmaßlichen Betrüger. Zumindest Hans-Jürgen Kanter konnte von einer Masche berichten, wie sich zwei nach seiner Meinung indisch aussehende Unbekannte in einem Mercedes näherten und ihn in ein Gespräch verwickelten.

Nach ihrer Auskunft seien die Beiden auf dem Weg nach Dubai und suchten den kürzesten Weg zum Flughafen nach Berlin. Als Kanter begann die Route zur A24 in Richtung Hauptstadt zu beschreiben, forderte ihn die auf dem Beifahrersitz herausschauende, mutmaßliche Betrügerin an und fragte den arglosen Mann, ob er nicht einmal näher kommen wolle oder ob er Angst habe. Ein paar Schritte dichter am dunklen Nobelwagen zeigte ihm die Deutsch sprechende Person offenbar orientalischer Abstammung eine Kiste mit Rasierapparaten. „Sie wollten mir einen schenken für meine Hilfsbereitschaft. Und daraufhin zeigte mir der Mann auch noch eine Spiegelreflexkamera und fragte mich, ob ich schätzen könne, was die wohl kostet. Ich sagte bestimmt 2000 Euro. Der Mann antwortete 1800 Euro und wollte mir die Kamera auch noch schenken, weil sie die wohl nicht durch den Zoll bekommen würden. Ich lehnte skeptisch beides ab.“

Jetzt fragte das Paar, ob Hans-Jürgen Kanter Bargeld dabei habe, weil sie mit ihren Dollarscheinen ja nicht tanken könnten. Weil das mutmaßliche Opfer aber nur wenig Geld dabei hatte und darauf verwies, dass seine Frau derzeit das Bargeld für einen Fahrradkauf habe, änderte sich das freundliche Verhalten der beiden mutmaßlichen Betrüger schlagartig.

„Beide fuhren einfach los. Schade, dass ich mir nicht das Kennzeichen gemerkt habe. Ich kann nur alle Menschen zur Vorsicht mahnen. Das versuchen die bestimmt öfter“, so Kanter.  Und genau so scheint es tatsächlich zu sein. Denn nachdem wir den beinahe betrogenen Mann mit seiner Geschichte zur Polizei schickten, rief auch unsere Lokalredaktion bei den Beamten an. Das Ergebnis: die scheinbare Wiederkehr einer bundesweiten Betrugsmasche in den Landkreis Ludwigslust. „Wir kennen diese Art der Betrugsversuche. In anderen Bundesländern tauchen diese Delikte deutlich häufiger auf. Das heißt aber nicht, dass es sie hier nicht gibt. Jetzt ist ein solcher Fall wieder zur Anzeige gekommen, aber wie hoch die Dunkelziffer ist, wissen wir nicht“, so Klaus Wiechmann Pressesprecher der hiesigen Polizeiinspektion.

Der Grund: aus Scham riefen viele Betrogene eben nicht an oder melden sich. Und noch mehr war von den Ordnungshütern zu erfahren. Es sei beileibe nicht die einzige Masche, mit der zwielichtige Gestalten derzeit ihr Unwesen treiben. „Es geht sogar soweit, dass die Betrüger neben der angeblich teuren Technik, die in Wirklichkeit nur billige Kopien sind, auch Lederjacken oder Messer-Sets und Uhren an ihre Opfer verkaufen wollen. Und zwar in deren Wohnungen, wo den Opfern dann überteuert alles angeboten wird. Gleichzeitig sehen sich die Kriminellen dann noch in der Wohnung um und lassen das mitgehen, was ihnen unbemerkt in die Finger kommt. Wir können nur warnen, sich auf irgendwelche Geschäfte einzulassen“, so Klaus Wiechmann, der froh ist, dass sich Hans-Jürgen Kanter aus Moraas nicht auf so einen Deal eingelassen hat.

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