Hagenow - Lübtheen : „Besatz will wohl überlegt sein“

Beim Bestandsfischen in der Nordischen wurden im Sommer 2017 der Besatz ermittelt.
Beim Bestandsfischen in der Nordischen wurden im Sommer 2017 der Besatz ermittelt.

Regionalanglerverband „Süd-West-Mecklenburg e.V.“ kam zur Jahreshauptversammlung zusammen. Interview mit Vorsitzenden Uwe Mathews

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13. Februar 2018, 12:00 Uhr

Vertreter des Regionalanglerverbandes „Süd-West-Mecklenburg“ e. V. kamen in Lübtheen zur Jahreshauptversammlung zusammen. In dem Regionalverband sind zwölf Vereine mit insgesamt mehr als 1400 Mitglieder organisiert. Dieter Hirschmann von der SVZ sprach mit dem Regionalvorsitzenden Uwe Mathews über die Fragen, die im Mittelpunkt der Jahresversammlung standen.

SVZ: Sie verstehen sich als Naturschutzverband. Wie konnten Sie im vorigen Jahr diesem Anspruch gerecht werden?

Uwe Mathews: Wir werden im Hinblick auf Gesetzgebungsverfahren und Managementplanungen mit Verboten und Einschränkungen konfrontiert, die wir so nicht hinnehmen wollen. Wir sind ein anerkannter Naturschutzverband. Wir unternehmen viel mehr für die Natur als manche glauben. Wir haben den Eindruck, dass immer mehr dafür getan wird, dass wir Angler aus der Natur ausgeschlossen werden sollen.

Was meinen Sie damit im Einzelnen?

Zum Beispiel bei der Frage der ausschließlichen Wirtschaftszone in Ost- und Nordsee. Da wurden Angelverbote ausgesprochen, die wissenschaftlich nicht begründet sind. Wir haben uns mit dem Problem auseinanderzusetzen, dass wir mit immer mehr Angel- und Betretungsverboten in Naturschutzgebieten belegt werden. Wir sind anderer Meinung. Denn das, was wir am Ufer machen, ist Naturschutz. Dabei geht es nicht nur um das Angeln, sondern unsere Mitglieder haben die Gewässer im Blick, was unter anderem die Verschmutzung oder den Besatz betrifft. Ich möchte nur an den Fall vom Schöpfwerk Mahnkenwerder Mitte vorigen Jahres erinnern, wo wir ein Fischsterben hatten. Die Angler haben dort beräumt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Wie will sich der Regionalverband als anerkannter Naturschutzverband mit einbringen?

Es gibt genügend gesetzliche Grundlagen, die die Mitsprache des Landesanglerverbandes fixieren. Das wollen wir komplett ausschöpfen. Vor Ort werden wir an die Betroffenen, Kommunen und Naturschutzverbände herantreten, um unsere Mithilfe anzubieten.

Sie haben als Verband ihre Gewässer im Blick. Was stellten Sie im vorigen Jahr fest?

Es gab zum Beispiel Nutria-Fraßschäden an der Teichmuschel in der Nordischen. Wenn das Verhältnis nicht mehr stimmt, wenn also große Schäden auftreten, müssen wir reagieren. Oder Kuhle 3 in Püttelkow, wo der Wasserstand rapide gesungen war. Ursache war der Biber. Es musste und es wurde ein Kompromiss gefunden.

Was planen die Vereine in ihren Gewässern an Fischbesatz?

Geplant ist, im Umfang von rund 1200 Euro, Fische in fast allen Gewässern auszusetzen. Wir reden dabei von Zander, Karpfen, Barsch und Aal. Der Aal gehört in unsere Gewässer. Wir möchten langfristig dafür sorgen, dass der Aal hier bleibt. Hinzu kommen die Spenden über die Aalaktie. In der Nordischen wurde außerdem im Sommer ein Bestandsfischen durchgeführt, um den Besatz festzustellen. Der Besatz in den Gewässern will wohl überlegt sein.

Wie haben die Fischereiaufseher des Verbandes gearbeitet?

Im Regionalverband haben wir sechs ehrenamtliche Fischereiaufseher, die über die Saison mehr als 300 Personen kontrollierten. Sie fertigten 14 Anzeigen und sprachen 24 Belehrungen aus und verwiesen sogar sechs Mal Angler vom Platz. Die meisten Überprüften hatten keine Papiere, wie Fischereischein und Angelgenehmigung, mitgeführt.

Und wie sieht es mit der Jugendarbeit im Verband aus?

Wir haben gute Erfahrungen mit Danny Hrubisch, der im vorigen Jahr jungen Leuten Angeltechniken vorstellte. Es gab in Neuhaus im Herbst ein Raubfischseminar. Grundgedanke ist es, junge Leute für die Vereinsarbeit zu interessieren. Seit 2016 haben wir eine gute Mitgliederentwicklung.

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