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Lehrstellenmarkt : Berufswahl: Ab 7. Klasse wird es für Schüler ernst

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Trotz gedrehten Lehrstellenmarktes überschätzen sich viele Schüler / Zu viele sind mit der Wahl überfordert

von
erstellt am 19.Aug.2014 | 17:16 Uhr

Nichts Genaues weiß man nicht. Das gilt im besonderen auch für den Lehrstellenmarkt. Eigentlich müssten gerade die Schulabgänger die wenigstens die Ferienzeit genutzt haben, um sich einen der Plätze zu sichern. Ob es wirklich so ist werden die Spezialsten für den Überblick, die Ausbildunsgberater der Bundesagnetur für Arbeit, auch erst ab 15. September wissen. Und das hat mehrere Ursachen. Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren zum einen komplett gedreht. Das bestätigten sowohl Gundula Stelzer, Marita Dehne und auch Petra Langer-Peter. Zusammen mit Marion Braun, der Geschäftsstellen-Leiterin der Bundesagentur sprach SVZ über die neuen Tücken bei Lehrstellen- und Ausbildungsplätzen. Weniger Abgänger mehr Stellen, auf diese kurze Formel lässt sich der vor allem seit 2008 laufende Umbruch des Marktes bringen. Der Tiefpunkt bei den zur Verfügung stehenden jungen Leuten war 2012 erreicht, seitdem steigen die Zahlen wieder an, aber nur leicht. Als Faustformel gilt inzwischen, dass es rein rechnerisch in der Hagenower Region für jeden Bewerber zwei Stellen gibt. Das bedeutet aber im Umkehrschluss noch lange nicht, dass jeder seinen Wunschjob bekommt. Vor allem dann nicht, wenn die schulischen Leistung absolut nicht mit den Wünschen übereinstimmt. So braucht man für die immer noch so begehrten Bürojobs mindestens einen guten Realschulabschluss. Und ganz ohne Abschluss einer Schulart ist es immer noch schwierig, bis unmöglich überhaupt einen Ausbildungsvertrag zu bekommen. Auf der anderen Seite ist den Jugendlichen trotz aller Vorbereitung nicht klar, was sie wollen.

Dabei unternehmen die Berufsberater schon früh in der Schulzeit eine Menge, um die Jugendlichen, ihre Eltern oder auch die Großeltern zu erreichen. „Einige nehmen es sehr ernst, viele erreichen wir, aber es gibt immer noch viele, die am Ende der Schule mit der Frage überfordert sind, wie es nun weitergehen soll“, weiß Gundula Stelzer, die sich als Berufsberaterin seit 2008 um Schulabgänger an Hagenower Schulen aber auch um Picher kümmert.Dabei werden die Mädchen und Jungen schon sehr früh mit dem Thema Berufsberatung konfrontiert. Es beginnt mehr spielerisch schon in der siebenten Klasse und wird dann verstärkt bis zum entscheidenden Jahrgang der 9. Klasse. An den Gymnasien, wo es immer noch ein hohes Interesse an der Berufsausbildung gibt, spitzt sich dieser Prozess mit Blick auf die 11. Klasse zu. Wo es geht, wird die Hilfe des Berufsinformations-Mobils genutzt, werden die Eltern mit an den Tisch geholt. „Viele Schüler haben das Probleme, dass sie sich maßlos überschätzen. Wer Erzieherin werden will, kann nicht mit einem Durchschnitt von 3,8 auflaufen“, weiß Marita Dehne, die als Berufsberaterin schon seit 1993 arbeitet. Und so müssen die Berater mit sehr unkonkreten Wünschen klarkommen. Wer gern am Computer spielt, will gern was mit IT machen. Medien stehen noch immer hoch im Kurs aber auch Designer oder Gerichtsmediziner. Den Fernsehserien sei Dank. „Dabei gibt es auch in der Region viele anspruchsvolle Jobs, für die man aber die entsprechende Qualifikation braucht. Nur wissen dass die wenigsten. Ein Kaufmann im Logistikbereich muss über solide Englischkenntnisse verfügen“, berichtet Petra Lange-Peter, die seit 2012 als Studien- und Berufsberaterin arbeitet und sich besonders um die Gymnasium kümmert. Alle Berufsberater sehen sich vor der gleichen Aufgabe, den Bewerbern die Möglichkeiten vor der Haustür nahe zu bringen. Das ist auch Marion Braun wichtig. „Mit direkten Kontakten vor Ort lässt sich eine Menge machen. Und viele Firmen haben ihre Meinung geändert und sehen sich heute Jugendliche an, die sie früher nicht genommen hätten. Gerade für die Schwächeren ist das eine Chance, die man nutzen sollte. Fakt ist, es gibt für jeden Jugendlichen eine Lösung, er oder sie muss nur wollen.“

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