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Fortbildung : Berührende Begegnungen mit Zeitzeugen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Christoph Heine, Lehrer für Geschichte und Mathematik an der Regionalen Schule in Vellahn, besuchte markante Orte in Israel

Christoph Heine sitzt gedankenversunken an seinem großen Wohnzimmertisch, auf dem unzählige Broschüren, Bücher und eine große Landkarte von Israel ausgebreitet sind. Immer wieder zeigt der 33-jährige Lehrer für Geschichte und Mathematik an der Regionalen Schule mit Grundschule in Vellahn auf markante Orte, die er erst vor wenigen Tagen besuchen durfte. „Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung wurde ich von der Internationalen Schule für Holocauststudien Yad Vashem in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern für zwei Wochen nach Israel eingeladen“, berichtet der Pädagoge bei einem großen Pott Kaffee im Gespräch mit der SVZ. Dreiundzwanzig Lehrerinnen und Lehrer aus unserem Bundesland sowie aus Thüringen bildeten sich auf dem Campus der Gedenkstätte in Yad Vashem unter dem Thema „Namen und Schicksale – Jüdisches Leben vor und während des Holocaust. Historiografie, Fragen und Antworten und Aufgaben der pädagogischen Vermittlung“ gemeinschaftlich weiter. „Neben den Vorlesungen zur deutsch-jüdischen Geschichte, zum jüdischen Leben vor, während und nach dem Holocaust, den kurzweiligen Seminaren und Workshops zu pädagogischen Konzepten der Gedenk- und Erinnerungsarbeit, werden für mich besonders die Zeitzeugengespräche mit Überlebenden des Holocaust lange in Erinnerung bleiben“, zeigte sich Christoph Heine immer noch sehr beeindruckt von seinem vierzehntägigen Aufenthalt in Israel. Hierbei denkt der Geschichtslehrer besonders an das Gespräch mit Daniel Gold zurück.

„Der 1937 in Litauen geborene ehemalige Pilot und Professor der Medizinischen Mikrobiologie verließ gemeinsam mit seinem Vater im Jahr 1952 Europa in Richtung Israel. Im Zweiten Weltkrieg wurde er gemeinsam mit den Juden seines Geburtsortes Siauliai in ein Ghetto eingeschlossen. Es gelang Daniel Gold aber zum Glück, aus dem Ghetto zu fliehen und er fand ein Versteck bei einer Litauer Familie, wo Daniel Gold unter extrem engen Verhältnissen bis zur Befreiung durch die Sowjetische Armee im Herbst 1944 lebte“, erinnert sich Christoph Heine an Einzelheiten dieses doch sehr emotionalen Gespräches. Trotz der aktuellen politischen Situation habe der Pädagoge zu keinem Zeitpunkt Angst in Israel gehabt, schließlich wären die Polizei- und Militärpräsenz unübersehbar hoch gewesen. Lediglich die Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius Marke hätten dem Geschichtslehrer ein wenig zu schaffen gemacht. „Ich freue mich sehr, dass mir die einmalige Gelegenheit geboten wurde, auch an einer dreitägigen Nordtour teilzunehmen, die mich und meine Kollegen unter anderem nach Bethlehem, Haifa, Akko, Nazareth oder nach Tel Aviv führte“, berichtet Heine. Nun werde er die restliche Ferienzeit in seinem frisch renovierten Wohnhaus in Wittenburg nutzen, um die zahlreichen Eindrücke zu verarbeiten und für seinen Geschichtsunterricht an seiner Schule aufzuarbeiten.



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