Zarrentin : Bekenntnis im Schatten des Klosters

Aufmarsch am Zarrentiner Kloster: Hier schreiten der Bataillonskommandeur Tilmann und Bürgermeister Dräger die Front der angetretenen Soldaten ab.
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Aufmarsch am Zarrentiner Kloster: Hier schreiten der Bataillonskommandeur Tilmann und Bürgermeister Dräger die Front der angetretenen Soldaten ab.

Öffentliches Gelöbnis von 74 Rekruten des Hagenower Bataillons in Zarrentin.

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22. Februar 2018, 20:45 Uhr

Zarrentin Der Bereich rund um das Kloster war gestern für Stunden der sicherste Ort im ganzen Landkreis. Feldjäger sicherten das Gelände weiträumig ab, Sanitätseinheiten standen bereit, der an sich schäbige Parkplatz war umgestaltet und geschmückt worden, dazu gab es jede Menge Militärfahrzeuge, Kontrollen, Polizei und Hilfskräfte, die vor Ort waren.

Dieser Aufwand wurde im Kern für 74 Rekruten des Hagenower Bataillons betrieben, die gestern in aller Öffentlichkeit und vor Hunderten Zuschauern und Angehörigen ihr Gelöbnis ablegten.

Für Zarrentin war das trotz der spürbaren Kälte ein Riesenereignis, das sich viele nicht entgehen lassen wollten. Denn seit der Wende hatte es nicht mehr so viele Soldaten in der Klosterstadt gegeben. Zu denen, die gestern eine besondere Rolle spielten, gehörte Bürgermeister Klaus Draeger, der sich mit einer sehr persönlichen Rede an  die Rekruten wandte. Draeger, der noch in der NVA dienen musste, erinnerte  an die besondere Lage, die die Grenzstadt Zarrentin immer hatte. Die Grenze sei quer durch den Schaalsee verlaufen. „Früher eingesperrt, heute Teil der Metropolregion Hamburg, manchmal ist das Leben auch gerecht.“

Das Stadtoberhaupt war aber auch persönlich verantwortlich für das gestrige Ereignis. Als Hagenow im vergangenen Juni als erste Stadt der Region ein öffentliches Gelöbnis bekam, meldete Draeger sogleich auch den Wunsch der Zarrentiner an. Schließlich verbindet die Klosterstadt schon seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit einer der Kompanien des Bataillons. Und Zarrentin ist nicht allein mit seinem Wunsch. Die Stadt Wittenburg rechnet fest mit einem Gelöbnis noch  in diesem Jahr  auf dem dortigen Marktplatz, wie Bürgermeistern Margret Seemann gestern  bekräftigte.

In  Zarrentin hat die Bundeswehr mit ihren Vorauskommandos keine Mühe gescheut. Es gab einen Parkplatz vor der Stadt, einen Shuttle-Servive für den Angehörigen, einen Extra-Toiletten-Container sowie einen geschützten Bereich für die Ehrengäste.  Normalerweise finden diese Gelöbnisse in der Hagenower Kaserne statt, in der natürlich nicht so ein hoher Aufwand betrieben werden muss. Doch dieses Mal ging es um einen Auftritt in der Öffentlichkeit. Und der gelang mit perfekter Organisation und trotz einiger Sorgen mit der Mikrofonanlage. Für einen besonderen Pluspunkt sorgte der Auftritt des Marinemusikkorps Kiel, das am Schaalsee die musikalische Umrahmung lieferte.

Begeisterung ob des freundlichen Empfangs gab es aber auch bei den Militärs. Sowohl Bataillonskommandeur  Oberstleutnant Jan-Friedrich Tilmann als auch Brigadegeneral Michael Matz von der ersten Panzerdivision waren sehr angetan von dem überaus freundlichen Empfang. Schon lange vor dem Antreten der Soldaten hatte es rund um das Kloster zahlreiche Schaulustige gegeben.

Die Rekruten, die gestern im Schatten des Klosters und der Klosterkirche ihr Bekenntnis zur Bundeswehr ablegten, hatten am 4. Dezember ihre Grundausbildung in Hagenow begonnen. Damals waren es noch 96 Freiwillige. Bis zum gestrigen Tag hörten aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen 22 Rekruten auf. Nach dem Gelöbnis gab es noch einen feierlichen von Fackeln umrahmten Empfang im Zarrentiner Kloster.

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