Hagenow : Beirat kritisiert Poststraßen-Neubau

Warum wurde der Gehweg in der Postraße, Ecke Lange Straße nicht eben durchgezogen?, fragt der Behindertenbeirat.
Warum wurde der Gehweg in der Postraße, Ecke Lange Straße nicht eben durchgezogen?, fragt der Behindertenbeirat.

Unebenes Kopfsteinpflaster und Gossen für den Regenwasserablauf: Für Gehandicapte ist die sanierte Straße nur schwer zu überqueren

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28. Januar 2016, 08:00 Uhr

Kritik am Straßenbau: Der Behindertenbeirat in Hagenow bemängelt, dass die Stadt bei der Sanierung der Poststraße, Ecke Lange Straße nicht auf Barrierefreiheit geachtet hat. Dessen Vorsitzender Bernd Thieke sagt es am Dienstagabend im Bauausschuss ganz deutlich: „Warum haben Sie nicht den Mut gehabt? Denn so wie es jetzt ist, ist es... naja, also barrierefrei ist das nicht“. Wenn neu, dann schon richtig, sagt er.

Unebenes Kopfsteinpflaster und Gossen für den Regenwasserablauf – „Vielleicht wäre es das Beste, wenn Sie es selbst mal mit Rollstuhl oder Rollator befahren“, schlägt Thieke an dem Abend vor. Dass eine neu gebaute Straße nicht barrierefrei gestaltet wird, kann er nicht nachvollziehen. „Das hätte doch an den Gesamtkosten nicht viel geändert.“ Der kurze Abschnitt der Poststraße war nach zwei Jahre langer Bauzeit erst im Dezember letzten Jahres freigegeben worden.

Bei der Sanierung hätte es keine Alternative gegeben, entgegnet der zuständige Fachdienstleiter Dirk Wiese. „Wir haben schon das qualitativ beste und ebenste Pflaster verwendet.“ Mit Fugenverguss. Das sei schon eine Verbesserung im Vergleich zu vorher. Und die Gossen seien nötig für die Wasserführung. „Ganz barrierefrei bekommt man es nicht.“

Für Bernd Thieke sind das Ausreden. Warum konnte der Gehweg nicht ebenmäßig durchgezogen werden?, fragt er sich. So wie in der Möllner Straße. Laut Dirk Wiese habe sich die Stadt an die Rahmenplanung und Denkmalpflege gehalten und den Bereich wieder so hergestellt, wie er vorher war. Ein Pluspunkt für Behinderte: „Wir haben versucht, den Kreuzungsbereich besser zu gestalten“, sagt der Fachdienstleiter und nennt die Absenkungen gegenüber am Mühlenteich.

Der Seniorenbeirat sieht dennoch schwarz für weitere Bau- und Sanierungsvorhaben in der Stadt. „Ich bin sehr pessimistisch, was den Lindenplatz angeht“, nennt Bernd Thieke ein Beispiel.

Die Stadt will jetzt nochmal einen Termin mit dem Beirat vor Ort in der Poststraße vereinbaren. Mit einem Rollstuhlfahrer oder Rollatornutzer. Im großen Sinne werde man allerdings nichts mehr ändern können, so Wiese auf Nachfrage. Vielleicht an neuralgischen Punkten, etwa ein Feinschliff an den Pflastersteinen.

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