zur Navigation springen

Rögnitz : Bei Kunst & Käse kein Grund zum Meckern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ute Rohrbeck aus Rögnitz würde gern mehr Zeit mit ihrem Mann verbringen, liebt asiatische Küche und mag keine Menschen, die andere missionieren wollen

von
erstellt am 22.Mai.2015 | 15:32 Uhr

Dass sie sich früher einmal als Theatermalerin und Filmausstatterin ihre Brötchen verdiente, auch bei einigen Filmen von Detlev Buck, verblüfft und erstaunt den Besucher eigentlich nicht wirklich. Der kann schmecken, dass es auch in ihrem neuen Beruf als Käserin nichts zu meckern gibt. So man Ziegenkäse mag, der im Keller des alten Gutshauses lagert. Denn seit 1994 lebt und arbeitet Ute Rohrbeck, die gebürtige Berlinerin, in dem kleinen Ort nahe des Schaalsees an der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg. SVZ-Redakteur Thorsten Meier beantwortete die 53-Jährige, der ein bisschen der Ruch des Paradiesvogels anhaftet, in Blicknähe des Gemäuers die beliebten Fragen zum Wochenende.

 

Was ist Ihr Lebensmotto?
Für alles im Leben ist man selbst verantwortlich. Kein anderer ist schuld.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Am Apfelbaum im Garten mit Blick auf die Wiesen. Ein wunderschöner Platz zum Entspannen.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Schülerin habe ich Kronkorken mit Surfern bemalt, eine Anstecknadel rangebaut und sie als Button verkauft. Das war in den 70er Jahren ganz groß in Mode. Die Leute haben sie mir aus den Händen gerissen.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Konzertkarten von Genesis und Supertramp. Da war ich ganz wild drauf. Und die waren für damalige Verhältnisse richtig teuer.
Wo findet man Sie am ehesten?
Im Keller bei der Ziegenkäse-herstellung. Das ist sehr zeitintensiv. Käse ist wie ein kindlicher Mitbewohner, den muss man ständig hätscheln und tätscheln. Und kommt kaum weg.
Was würden Sie gern noch können?
Ich habe in meinem Leben schon etliche Berufe ausgeübt. Alles, worauf ich Lust hatte, habe ich auch letztlich gemacht.
Was stört Sie an anderen?
Menschen, die missionieren wollen, sind mir ein Graus.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Michael Reynolds. Der Amerikaner baut aus Dosen, alten Autoreifen und anderem Abfall energieautarke Häuser. Er exportiert seine Konzepte in alle Welt. In der Wüste New Mexicos baute er sein erstes Haus aus alten Bierdosen. Man hielt ihn für einen Spinner. Das war 1971. Jetzt tut das keiner mehr. Heute ruft man ihn und seinen Bautrupp in Katastrophengebiete, damit Menschen wieder Wohnungen bekommen. Eines haben Reynolds' Häuser gemeinsam. Sie brauchen kein Stromnetz, keine Wasserversorgung, keine Heizung, keine Klimaanlage. Sie versorgen sich selber, sie recyceln ihr Abwasser selbst.

(Anm. d. Red. Seine Earthships stehen in Holland, der Normandie, in Spanien, Schottland und England. Sie stehen in Portugal und Schweden, Jamaika und Brasilien. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortführen. Tausende Häuser weltweit, sagt Reynolds. Er hat angefangen, sie in Ländern und Gegenden zu bauen, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden. Als schnelle Hilfe für die Bevölkerung und als Schutzräume gegen die Stürme. Und er hat vor ein paar Jahren eine Akademie gegründet, an der junge Architekten lernen, wie man aus Material, das es überall gibt, und mit Abfällen, das es auch überall gibt, Häuser bauen kann, die nichts benötigen außer Sonne und Regen.)
Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Sonnabend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen