Hülseburg : Beherztes Handeln rettet vor sicherem Flammentod

Das brennende Auto ähnelte einem Feuerball, erinnert sich der Retter.  Fotos: Archiv
Das brennende Auto ähnelte einem Feuerball, erinnert sich der Retter. Fotos: Archiv

Zwei Männer ziehen Mutter und ihren Sohn aus qualmenden Wrack. Zahlreiche Autos fahren einfach weiter

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30. August 2016, 21:00 Uhr

Es war einer der Momente, in denen man nicht nachdenkt, sondern sofort handelt. Sven Dominik Fuhr und sein Freund sind Zeuge eines schweren Unfalls auf der A 24 Richtung Hamburg. Sie reagieren sofort, halten ihren Wagen, leisten Erste Hilfe und retten zwei Menschenleben. Dass die Geschichte für die 26-jährige Fahrerin des Unfallwagens und ihren sechsjährigen Sohn gut ausgeht, grenzt schon fast an ein Wunder.

„Wir sind auf der A 24 in Richtung Hamburg gefahren, als urplötzlich das Fahrzeug vor uns ins Schleudern geriet“, erinnert sich der Helfer an die Situation am vergangenen Freitag. Der Mitsubishi-Outlander habe sich diverse Male überschlagen, schildern die beiden Polizeibeamten aus Hamburg, die an diesem Tag privat unterwegs waren, den Unfallhergang weiter. Rund 30 Meter von der Autobahn entfernt kommt das demolierte Wrack zum Stehen. „Das sah sehr heftig aus.“ Als die Männer das Auto erreichen, gehen sie vom Schlimmsten aus. „Vor Ort haben wir noch festgestellt, dass der Motorraum sehr stark qualmt“, so Fuhr weiter. Jetzt musste alles schnell gehen.

Die beiden Männer versuchen Kontakt zu den Verunglückten aufzunehmen, hören den Jungen, der um Hilfe ruft. „Gesehen haben wir im Wrack nichts, es war zu verqualmt.“ Mit aller Kraft wollen die Retter die Türen aufziehen, jedoch vergebens. Es klemmt, das Fahrzeug ist zu demoliert. „Mein Freund ist dann losgerannt und kam mit einem Findling wieder, einen drei bis vier Kilo schweren Stein“, erzählt der Hamburger. Damit habe er dann die Scheibe eingeschlagen. „Das ist schwieriger, als man es sich vorstellt. Das Glas hat ganz schön Widerstand geleistet.“ Zum Glück sei die Fensterscheibe doch noch kaputt gegangen und der Junge und seine Mutter konnten in Sicherheit gebracht werden. Denn nur kurze Zeit später stand das Auto in Flammen, ähnelte einem Feuerball.

Die beiden Beamten aus Hamburg waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und verhinderten mit ihrem beherzten Eingreifen Schlimmeres. Leider sei das aber nicht selbstverständlich, wie auch die Helfer vor Ort feststellten. „Mit uns hat noch ein Lkw-Fahrer angehalten und später noch ein weiteres Auto mit drei jungen Insassen“, sagt Sven Dominik Fuhr. Die anderen Fahrzeuge seien einfach weitergefahren, so, als ginge sie das Leid der anderen gar nichts an.

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