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Gemeinde Lüttow-Valluhn musste Rotstift ansetzen : Begrüßungsgeld für ein Jahr halbiert

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Seit 2010 heißt die Kommune Lüttow-Valluhn jeden neuen Erdenbürger mit 500 Euro willkommen, um die Gemeinde für junge Familien noch attraktiver zu machen. Doch nun mussten schweren Herzens der Rotstift angesetzt werden.

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 10:48 Uhr

Lüttow-Valluhn | Besonders vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist es ein erklärtes Ziel der Kommune Lüttow-Valluhn, die Wohngemeinde für junge Familien noch attraktiver zu machen und langfristig an den Standort zu binden. Ein Begrüßungsgeld an Neugeborene soll seit 2010 diesem Bestreben ein Stück näher kommen. Damals im Februar hatte die Ortsvertretung beschlossen, jeden neuen Erdenbürger in der Gemeinde mit 500 Euro willkommen zu heißen. Dieses "Begrüßungsgeld" mildert die erhebliche finanzielle Belastung, die junge Familien nach der Geburt ihres Nachwuchses meist tragen müssen. Doch nun mussten die Volksvertreter schweren Herzens den Rotstift ansetzen.

"Angesichts unserer klammen Haushaltslage haben wir das Begrüßungsgeld für Neugeborene in diesem Jahr von bisher 500 auf nunmehr 250 Euro reduziert", erklärt Heiko Frank, der Bürgermeister. Und betont im selben Atemzug, das diese Maßnahme jedoch nur für das Jahr 2012 gelte. Im kommenden Jahr wolle man, je nach Finanzlage, neu beraten.

Nachfragen im Amt für Finanzen in Zarrentin ergaben gestern , dass im Jahre 2010 insgesamt sieben formlose Anträge auf das Begrüßungsgeld vorgelegen hätten. Gleiches gälte auch für 2011. In diesem Jahr seien bisher drei Anträge eingegangen. Insgesamt sei somit 17 Mal das Begrüßungsgeld ausgezahlt worden.

"Wir waren als Kommune bisher immer finanziell unabhängig, nun sind wir das leider nicht mehr", beklagte Heiko Frank schon im Mai dieses Jahres gegenüber der SVZ. Der 51-Jährige hält seit 18 Jahren in der 800-Seelen-Gemeinde Lüttow-Valluhn, zu der auch Schadeland gehört, die kommunalen Zügel als Parteiloser fest in der Hand. "Wir haben keinen Spielraum mehr", sagte das Dorfoberhaupt damals. Und die nächsten Jahre würde es angesichts der angespannten Haushaltslage nicht besser. Die Gemeinde habe zwar rund 1,4 Millionen Euro an Steuereinnahmen auf der Habenseite, doch müsse sie auch etwa 1,5 Millionen Euro an Umlagen berappen. "Da bleibt für den Haushalt nicht viel übrig, die Finanzausgleichs-umlage hat uns platt gemacht", erklärte Frank im Frühjahr. Aufgrund der Steuereinnahmen gäbe es auch keine Schlüsselzuweisungen vom Land. Erstmals müsse die Gemeinde seit 1990 für ein dringend benötigtes Löschfahrzeug sogar einen Kassenkredit von rund 200000 Euro aufnehmen.

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