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Ludwigslust / Hagenow : BBS Start muss weiter zittern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Abwicklung oder Neubeginn? Finanzausschuss des Kreistages lehnt Sanierungskonzept ab / Kreisparlament muss entscheiden

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 16:57 Uhr

Der Berufsbildungsstätte Start in Ludwigslust (BBS), einem Unternehmen von rund 115 Mitarbeitern, geht es schlecht. So schlecht, dass nur noch die Alternativfrage steht: Aus oder Sanierungskonzept. Es ist eine Gesellschaft des Landkreises, geringe Anteile hält außerdem die Stadt Grabow. Also hat der Kreistag das Sagen, wie es weitergeht.

Am 25. September hat er das Thema auf der Tagesordnung. Vorher beschäftigen sich die Fachausschüsse damit. Der Haushalts- und Finanzausschuss tat das am Dienstagabend in Ludwigslust. Pattsituation bei der Abstimmung zum von der Kreisverwaltung vorgelegten Konzept zur strategischen Neuausrichtung der BBS – das bedeutet: abgelehnt.

Wenn das die Mehrheit der anderen Kreistagsmitglieder auch so sieht, droht „Start“ nach 23 Jahren das Aus. Seit 2007 weist die Gesellschaft fast durchgängig negative Betriebsergebnisse aus. Aufgefangen durch zurückgelegte Mittel, hat sich darum das Eigenkapital in den letzten sieben Jahren halbiert.

Die BBS lebt also von der Substanz. Jetzt will der Landkreis die Reißleine ziehen. Er muss es tun, denn ein „Augen zu und durch“ ist IIlusion. Der Bereich der Ausbildungs- und Arbeitsmarktförderung, bisher Kerngeschäft der BBS, ist eingebrochen. Der Bund hat die Mittel dafür drastisch reduziert. Bleibt also eine Umstrukturierung.

Damit hat sich eine renommierte Management- und Personalberatungsgesellschaft aus Baden-Baden für 50 000 Euro beschäftigt. Sie gibt der BBS Chancen und schlägt die Neuausrichtung auf berufliche Bildung, soziale Dienste und Vermittlung vor.

Ab 2016 könne „Start“ wieder schwarze Zahlen schreiben. Auch der Beirat der BBS ist für die Sanierung. Die Hälfte der Finanzausschussmitglieder sieht die Lage hingegen skeptisch. (Christian Rosenkranz erklärte sich für befangen. Er ist Geschäftsführer des Bildungsträgers Ibu Neustadt-Glewe, einem Konkurrenzunternehmen der BBS.) Es gibt bisher niemand, der die Gesellschaft auf ihrem Sanierungskurs führt. Der jetzige Geschäftsführer Dr. Manfred Müllner geht bald in den Ruhestand und hat erklärt, er stünde noch für die Einarbeitung seines Nachfolgers zur Verfügung, für mehr nicht. Es werden Umstrukturierungen des Personals notwendig sein. Immobilien werden verkauft. Zwar sagt Wilfried Bantle, der Vertreter der Beratungsfirma: „Die Marktfähigkeit der BBS ist beweisbar.“ Er sagt aber auch: „Es gibt weder zeitlich noch finanziell Luft.“

Der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling über die BBS: „Sie muss in den Wettbewerb einsteigen.“ Ausschussmitglied Melitta Roock hat der Verwaltung vorgeworfen, ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden zu sein. Seit Monaten sei im Kreistag die Neuausrichtung der BBS Start gefordert worden.

Wie der Kreistag nun entscheidet, ist völlig offen.

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