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Hagenower Kreisblatt

13. Dezember 2017 | 18:02 Uhr

Boizenburg : Baustellen in Sachen Brandschutz

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Freiwillige Feuerwehren sind im Bereich des Amtes Boizenburg-Land werktags nur bedingt einsatzbereit und brauchen neue Fahrzeuge

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 16:25 Uhr

Licht und Schatten in Sachen Brandschutz im Bereich des Amtes Boizenburg-Land: 15 freiwilligen Feuerwehren vereinen 631 Mitglieder im Alter von 18 bis 80 Jahren. „Klingt gut, und ist es auch“, sagt Amtswehrführer Toralf Pfohl und macht auf ein Problem aufmerksam. Das Gros der 407 aktiven Frauen und Männer ist nur nach dem Feierabend einsatzbereit, weil sie zur Arbeit pendeln. Mit Besitz, Neu Gülze und Schwanheide gibt es aus einem erfreulichen Grund drei Ausnahmen. Dort ansässige Unternehmen stellen bei ihnen beschäftigte Feuerwehrleute frei, so es ihre Hilfe braucht.

Das war übrigens, wie Toralf Pfohl rückblickend erklärt, im vergangenen Jahr 24 Mal der Fall. Zehn Brände galt es zu löschen, der größte und teuerste war im August ein in Flammen stehender Mähdrescher in Besitz, der Schaden betrug rund 350 000 Euro. Wenige Monate zuvor, am 15. Februar brauchte es die Ehrenamtler als Hilfeleister nach einem Unfall mit einem Verkehrstoten in der Teldau. Ein Einsatz, der an die Nieren ging. Dazu kamen ungezählte Stunden während des Kampfes des Hochwassers im Juni in den Kieskuhlen und an den Deichen.

Gerade in dieser kritischen Zeit hätten nicht nur nach der Meinung von Toralf Pfohl die freiwilligen Feuerwehren eindrucksvoll bewiesen, dass es alles in allem gut um sie bestellt sei. Jedoch gibt es auch kostenintensive Baustellen.

So rückt beinahe jede zweite Wehr mit einem altgedienten Fahrzeug aus, weist der Amtswehrführer im Gespräch mit unserer Redaktion auf dringenden Handlungsbedarf hin. Da seien zum Beispiel die Löschgruppenfahrzeuge (LF 8) aus Tessin vom Baujahr 1983, aus Granzin von 1975 und aus der Teldau von 1972, das LF 16 aus Neu Gülze von 1981 und der W 50 von 1979 in Dersenow/Dammereez.

Hier müssten die Bürgermeister und die Gemeindevertretungen unbedingt über Verjüngung oder besser Neuanschaffung nachdenken.

Es könnte möglicherweise sein, dass dies auch eine Aufgabe für Toralf Pfohl ist. Der 46-jährige Familienvater eines Sohnes verabschiedet sich vom Ehrenamt des Amtswehrführers und kandidiert bei der Wahl am 25. Mai auf Vorschlag der SPD als Bürgermeister der Gemeinde Besitz. Beide Ämter unter einen Hut zu bringen, sei nicht möglich, sagt er. Toralf Pfohl weiß, dass er sich, so er gewählt werden sollte, auch mit dem Einsatzfahrzeug der freiwilligen Feuerwehr beschäftigen müsste. Deren 1981 gebauter LF 8 gleicht auch einem Oldtimer.

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