Hagenow : Bauboom bei den Grenadieren

Die Gäste beim Richtfest der neuen Instandsetzungshalle.
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Die Gäste beim Richtfest der neuen Instandsetzungshalle.

Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne wird für zweistelligen Millionenbetrag massiv modernisiert und ausgebaut / Richtfest für Riesen-Instandsetzungshalle

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17. Juli 2014, 10:10 Uhr

Der Neubau ist beachtliche 160 Meter lang, verfügt über drei Geschosse, hat 22 Arbeitsstände für Rad- und Kettenfahrzeuge zu bieten und kostet den Bund als Auftraggeber 10,2 Millionen Euro. Die Rede ist von der neuen Instandsetzungshalle in der Hagenower Kaserne, für die in dieser Woche Richtfest gefeiert wurde. Ende kommenden Jahres soll der dann lichtdurchflutete Neubau bezugsfertig sein und Heimat einer Instandsetzungskompanie werden. Die gehört zum Logistikbataillon 142 und ist derzeit in Stavenhagen/Basepohl stationiert. Anfang 2016 kommt dann der Umzug nach Hagenow.

Doch mit der neuen, riesigen Halle für die Instandsetzer ist es für den Standort noch lange nicht getan. Nach jahrelangen Planungen und Ankündigungen ist für die Hagenower Kaserne nun eine regelrechte Investitionswelle angerollt. Allein für dieses Jahr sind Baumaßnahmen im Wert von mehr als 27 Millionen Euro bewilligt, ein Teil der Arbeiten läuft bereits. Im kommenden Jahr sollen dann noch einmal Projekte im Wert von weiteren 26 Millionen Euro folgen, wie der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Michael von Block-Schlesier gestern mit seiner Rede bestätigte.

Doch die Soldaten haben mit den Arbeiten nur am Rande zu tun. Die Federführung obliegt dem „Betrieb für Bau und Liegenschaften (bbl)“ des Landes, der die Aufgaben im Auftrage des Bundes plant und durchführt. Trotz der Größe der Objekte hat die Behörde sehr genau darauf geachtet, dass bei den Arbeiten auch regionale Formen zum Zuge kommen können. Auf Nachfrage wurde der Anteil der heimischen Firmen auf 80 Prozent angegeben.

Neben den großen Projekten, zu denen der sieben Millionen Euro teure Abriss und Neubau eines Unterkunftsgebäudes gehört, gibt es auch viele kleinere Objekte. Bereits im Gang ist der Umbau der Truppenküche, die im laufenden Betrieb erneuert werden muss. Schon fertig ist eine Abschmierrampe für die Fahrzeuge, es gibt einen neuen Sammelplatz, ein ABC-Übungsgebäude, Nachschub-Hallen sind geplant, und auch das Sanitätszentrum in der Kaserne soll umfassend erneuert werden.

Das alles passiert, weil Hagenow nach der letzten Strukturreform des Heeres einer der wichtigen Standorte ist und nun entsprechend aufgewertet wird. Mit dem Ausbau der Kaserne wird auch die Zahl der militärischen Dienstposten steigen. Das Bataillon 401 selbst bleibt die Kerntruppe und verfügt über etwa 700 Mann. Mit den 470 Mann der Logistiker aus Basepohl und einigen anderen Posten wird dann die Zahl der in Hagenow dauerhaft stationierten Soldaten auf etwa 1300 steigen. Doch bis dahin wird die Kaserne zunächst einmal eine große Baustelle sein. Begonnen hatte alles in Sieben Eichen, wie der Standort auch heißt, im Jahre 1978. Damals wurde die Kaserne für die NVA neu gebaut und beherbergte ab 1981 das Mot.-Schützenregiment 29, das Aufklärungsbataillon 8 und das Pionierbataillon 8. Im Jahr 1990 übernahm dann die Bundeswehr das Objekt, die Geschichte des Panzergrenadierbataillons 401 in Hagenow begann.

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