Hagenow : Barfuß den Wald ganz anders erlebt

Auch das gehörte zur Pilgerreise der Schüler aus Hagenow: Picknick auf dem Boden.
Auch das gehörte zur Pilgerreise der Schüler aus Hagenow: Picknick auf dem Boden.

Schüler der Evangelischen Schule Hagenow auf Pilgerreise im Landkreis Zu Fuß von Zarrentin nach Hagenow gewandert

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17. Juli 2018, 12:00 Uhr

„Meine Gruppenfahrt in der letzten Woche war das beste Abenteuer, was ich jemals erlebt habe“, fasst Ben seine Gefühle zusammen. Nun ist Ben erst 11 Jahre alt und verfügt darum noch nicht über einen großen Erfahrungsschatz in puncto Reisen, aber dennoch hat er mit seinen Mitschülern und Mitschülerinnen von der Evangelischen Schule Hagenow eine Reise gewagt, die bei vielen als etwas außergewöhnlich gelten mag.

Ben war mit seiner Gruppe zu Fuß unterwegs, von Zarrentin nach Hagenow. Alle haben ihr Gepäck selbst getragen und waren mehrere Stunden am Tag auf den Straßen, Wäldern und Feldern unterwegs. Alle haben in Zelten übernachtet und eine Woche auf Duschen und den Komfort ihres alltäglichen Lebens verzichtet. Sie saßen auf dem Boden zum Essen und tranken Wasser und Tee, statt gesüßter Limonaden. Niemand hatte ein Handy oder andere elektronische Geräte dabei. In der Summe möchte man meinen, dass die Kinder Entbehrungen in Kauf nehmen mussten. „Ich habe den Wald ganz anders erlebt, bin sogar teilweise barfuß gelaufen“, sagt Ben und seine Augen leuchten.

Keine Spur von Entbehrung ist zu spüren. Er hat sich in Flüssen gewaschen und mit seiner Gruppe gesungen auf dem Weg. Die Spiele, die während des Gehens gemacht wurden, sagt Luca, seien für ihn sehr interessant gewesen, aber auch das Abenteuer, als die Gruppe die Wege verlassen hat, um querfeldein von Goldenbow nach Körchow zu gehen. Dabei haben sie einen kleinen Kompass wertgeschätzt, denn wenn man drei Stunden durch Wälder und Felder geht, kann man schon zweifeln, dass man jemals an seinem Ziel ankommt. „Es war auch toll, die Pilgerstöcke vor einer Kirche abzustellen und eine Andacht zu erleben, wenn man den ganzen Tag unterwegs war“, ergänzt Isabella.

Die Gruppe möchte sich auf diesem Wege bei Pastor Meister aus Zarrentin und Pastor Robatzek aus Hagenow bedanken, denn die Kinder haben es genossen, so herzlich an ihren Etappenzielen empfangen zu werden. „Auch bei dem Mann aus Kloddram, dessen Namen wir gar nicht kennen, möchten wir uns bedanken“, sind sich alle einig. Er hatte spontan das Gepäck der Kinder in seinen Anhänger geladen und es nach Körchow gefahren. Es erschien auch wie ein kleines Wunder, wenn plötzlich Eltern an der Straße standen, um jedem ein Eis in die Hand zu drücken. Eine willkommene Abkühlung bei den Temperaturen.

Die Erlebnisse ihrer Reise fassten alle Teilnehmer in Pilgertagebüchern zusammen. Die Einträge erzählen von fröhlichen Stunden, interessanten Begegnungen, Beobachtungen und dem Stolz, diese Herausforderung bewältigt zu haben. Wer kann schon von sich sagen, dass er mit seinen Freunden zu Fuß von Zarrentin nach Hagenow gelaufen ist und eine Menge Spaß dabei hatte? Und wer hat sich je so auf sein Zuhause und das eigene Bett gefreut?


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