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Sparkassen-Filiale in Vellahn überfallen : Bankräuber bedroht Frauen mit Waffe

vom

Schock in Vellahn: Ein maskierter Bankräuber hat am Donnerstagnachmittag in der Sparkassenfiliale zwei junge Angestellte mit einer Waffe bedroht und sie und den kleinen Ort in Angst und Schrecken versetzt.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 07:13 Uhr

Vellahn | Schock in Vellahn: Ein maskierter Bankräuber hat am Donnerstagnachmittag in der Sparkassenfiliale zwei junge Angestellte mit einer Waffe bedroht und sie und den kleinen Ort in Angst und Schrecken versetzt. Er erbeutete mehrere hundert Euro Bargeld, so die Polizei gestern. Trotz sofortiger Suche aller verfügbaren Beamten aus Boizenburg und den benachbarten Revieren konnte der Mann unerkannt entkommen. Er flüchtete zu Fuß in unbekannte Richtung. Auch der eingesetzte Suchhund brachte keinen Erfolg. Die Kripo ermittelt jetzt wegen schweren Raubes und sucht dafür noch Hinweise aus der Bevölkerung.

Gegen 15.30 Uhr betrat der Mann den Schalterraum der kleinen Bankfiliale. Mit einem Tuch vor dem Mund und der Nase, einer dunklen Sonnenbrille und einem dunklen Basecap maskiert. Er ging sofort zur 26 Jahre alten Mitarbeiterin, zog eine schwarze Pistole und forderte die Herausgabe des gesamten Bargeldes.

Die beiden Frauen stehen gestern noch immer unter Schock, hieß es auf Nachfrage bei der Sparkasse in Schwerin. Sie mussten ärztlich versorgt werden. Die eine Kollegin hätte gerade erst ausgelernt, so eine Sprecherin. Es sei Urlaubszeit, deshalb wären die jungen Frauen zum Zeitpunkt des Raubes alleine gewesen. Sonst sei immer ein männlicher Angestellter dabei. Beide sprachen gestern gleich mit einem Arbeitspsychologen. Je nachdem, wie sie das alles verarbeiten, müsse man sehen, wann und wo sie wieder eingesetzt werden können. Unabhängig davon ist die Filiale in Vellahn ab Montag wieder geöffnet.

Auch für die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin mit ihren 23 Filialen in der Region ist dieser Vorfall nicht alltäglich. "Wir sind bis jetzt gut verschont geblieben", sagte eine Sprecherin. In den letzten zehn Jahren sei so etwas nicht vorgekommen. Der letzte größere Fall sei eine Geldautomaten-Sprengung im Ludwigsluster Raum gewesen.

Die beiden jungen Kolleginnen in Vellahn hätten sich vorbildlich verhalten, betonte sie. Sie versuchten, ruhig zu bleiben und verwehrten dem Täter nichts. Für so einen möglichen Ernstfall werden die Angestellten regelmäßig geschult.

In der kleinen Gemeinde ist man geschockt. Bürgermeister Horst Geistlinger hat so etwas während seiner langjährigen Amtszeit noch nicht erlebt. "Schlimm", sagte er gestern. Als er per Anruf von dem Raub erfuhr, dachte er nur, "ach du Schande. Jetzt sind sie sogar schon bei uns, im kleinen Vellahn." Er kennt die Frauen und will am Montag mal in der Filiale vorbeischauen. Der Bürgermeister vermutet, dass der Täter es ausgenutzt hat, dass die Filiale etwas abseits liegt.

Hautnah miterlebt hat Dennis Hellwege das Geschehen. Kurz nach dem Raub und noch bevor die Polizei eintraf, betritt der 20-Jährige den Vorraum der Bank. "Ich wollte nur Geld holen", sagte er. Er habe sich schon gewundert, dass die Tür zu den Angestellten verschlossen war. Die hätten ihn völlig perplex angeschaut, "als ob sie Angst haben". Draußen empfingen ihn dann die Polizeibeamten, stellten ihn ans Auto und wollten ihn durchsuchen. "Ich hab’ mich gefühlt, als wäre ich der Verbrecher gewesen." Die Bankangestellte entlastete ihn später. Die eine habe geweint. "Sie haben völlig fertig gewirkt, irgendwie abwesend", beschrieb er.

"So ein Überfall ist schon schlimm", sagte Anwohnerin Kornelia Krakow, die gestern einen Überweisungsträger holen wollte und vor verschlossener Tür stand. Die ganzen Jahre hätte es sowas dort nicht gegeben. Sie fühlt mit den Frauen.

Eine der beiden wählte am Donnerstagnachmittag noch selbst den Notruf. Angetroffene Zeugen beschreiben den Räuber gegenüber der Polizei als etwa 1,80 Meter großen Mann mit schlanker, sportlicher Gestalt und dunkler, halblanger Shorts. Er soll kurze blonde Haare haben und könnte 25 bis 30 Jahre alt sein. Zur Tatzeit beobachtete ein Zeuge in der Nähe des Geschehens einen weißen Seat-Kombi. Der Fahrer könnte die Tat oder den Täter beobachtet haben. Er wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Auch andere Bürger, die Angaben zur Tat oder zum Seat-Fahrer machen können, melden sich bitte beim Polizeipräsidium Rostock unter der Telefonnummer 038208-8882222, bei jeder anderen Polizeidienststelle oder der Internetwache unter www.polizei.mvnet.de.

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