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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 01:18 Uhr

Bresegard : Bangen um Windräder geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Landrat Rolf Christiansen informiert Bresegarder über aktuellen Stand. Genehmigungen für den Bau liegen derzeit nicht vor

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Werden bei uns Windräder gebaut oder nicht? Mit dieser Frage gingen viele Bresegarder am Montagabend zur Gemeindevertretersitzung. Landrat Rolf Christiansen hatte im Vorfeld seinen Besuch angekündigt. Er wollte im öffentlichen Teil der Sitzung über den aktuellen Stand der Vorhaben informieren. Eine wirklich eindeutige Antwort bekamen die Anwohner allerdings nicht von ihm. „Aktuell liegen keine Genehmigungen für den Bau von Windrädern vor“, sagte Christiansen.

Diskussionen, ob das Land zwischen den Gemeinden Bresegard, Groß Krams und Redefin als Windkraftgebiet geeignet ist,  gibt es schon seit Jahren. Die Gegner verweisen immer wieder darauf, dass dort viele gefährdete Tierarten zu Hause sind. Die Befürworter meinen dagegen, dass das   Verpachten von Flächen eine gute Einnahmequelle sei.  Und auch im Regionalen Planungsverband Westmecklenburg, dessen Vorsitz Landrat Christiansen inne hat, gingen die Meinungen  lange Zeit auseinander. Es seien Gutachten eingefordert worden, die allerdings  unterschiedliche Ergebnisse gebracht hätten. „Wir haben uns dann aber entschieden, das Gebiet aus dem Raumordnungsverfahren 2011 rauszunehmen“, so Christiansen. „Aus Gründen des Artenschutzes.“

Damit hätte das Kapitel Windräder um Bresegard beendet sein können, doch es kam anders. Nachdem Investoren gegen das Raumordnungsverfahren geklagt hatten, kippte das Oberverwaltungsgericht Greifswald die Planungen. „Das Gebiet hätte aus formalen Gründen nicht ausgenommen werden dürfen“, sagte Christiansen zum Urteil. Somit konnten   Anträge auf den Bau von Windrädern gestellt werden.

„Momentan läuft beim StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt) ein Verfahren über einen Bauantrag für vier  Windkraftanlagen“, teilte  Bürgermeisterin Marianne Röckseisen mit. Sie appellierte an Landrat Christiansen sich dafür einzusetzen, „dass die  Feldmark Bresegard, Groß Krams, Redefin als wertvoller Lebensraum, ohne Windenergieanlagen erhalten bleibt.“ Dabei unterstrich sie ihre Forderung mit Bildern von geschützten Tierarten die in dem Gebiet beheimatet sind, unter anderem  Kornweihen, Eisvögel und Fischotter. Daneben kämen jedes Jahr zigtausende Zugvögel.  „Man sieht, dass hier Windräder nicht an der richtigen Stelle sind“, so Röckseisen.

Das meinen laut Christiansen auch der Landkreis und der Planungsverband. Allerdings habe man keine Handhabe, den Bau von Windkraft anlagen generell zu untersagen. Erste Entwarnung gab der Landrat dann aber doch: „Es wurde ein tiefgreifendes Gutachten von den Investoren gefordert, welches die Auswirkungen von Windrädern zeigt.“ Bisher sei das noch nicht vorgelegt worden, also gebe es aktuell auch keine Baugenehmigung.

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